Rohstoffpreise und starker Euro bremsen BMW auf Rekordfahrt

- München - Der starke Euro und die hohen Rohstoffpreise bremsen den Autobauer BMW auf seiner Rekordfahrt. Nach deutlichen Zuwächsen im vergangenen Jahr rechnet der Konzern 2005 nur mit einem stabilen Gewinn. "Trotz der externen Belastungen strebt die BMW Group im Geschäftsjahr 2005 insgesamt an, das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres in etwa zu erreichen", sagte BMW-Chef Helmut Panke in München. Dies könnte auch einen Gewinnrückgang um bis zu zehn Prozent bedeuten.

<P>Die Verschärfung der Währungsbelastungen und die Rohstoffpreise werden den Konzerngewinn in diesem Jahr jeweils mit einem dreistelligen Millionen-Betrag belasten.</P><P>Beim Absatz ist BMW weiter auf der Erfolgsspur. Mit Hilfe neuer Modelle wie der kompakten 1er-Reihe will der Konzern die Zahl der Auslieferungen um einen hohen einstelligen Prozentwert auf eine neue Bestmarke steigern. "Die BMW-Gruppe konnte ihren Kunden noch nie in ihrer Geschichte ein so großes Produktportfolio anbieten wie zur Zeit", sagte Panke.</P><P>Während viele Konkurrenten mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, war 2004 für BMW ein Jahr der Superlative. Der Gewinn vor Steuern stieg um rund 11 Prozent auf erstmals gut 3,5 Milliarden Euro. Der Absatz der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wuchs um gut neun Prozent auf gut 1,2 Millionen verkaufte Autos.</P><P>Auch der Start ins neue Jahr ist geglückt. "Insgesamt rechnen wir mit dem absatzstärksten ersten Quartal der Unternehmensgeschichte", sagte Panke. Im Gesamtjahr geht der Vorstandschef weiter von einem Absatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich aus.</P><P>Teuer zu stehen kommt die Münchner der starke Euro. Im vergangenen Jahr machten die Währungsbelastungen einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag aus, sagte Finanzvostand Stefan Krause. Im laufenden Jahr verschärfe sich die Situation nochmals.</P><P>"Wir werden 2005 einen deutlich negativeren Währungseinfluss auf das Ergebnis haben." BMW sei für 2005 zu 50 Prozent gegen Währungsschwankungen abgesichert. Damit ist BMW schlechter abgesichert als zum Beispiel der Konkurrent Porsche - der für die Absicherung aber auch mehr Geld ausgeben muss.</P><P>Stark treffen die Autobauer auch die hohen Rohstoffpreise. Im vergangenen Jahr seien die Belastungen noch auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag begrenzt gewesen, sagte Krause. 2005 stellt sich der Konzern aber auf zusätzliche Ausgaben in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro ein.</P><P>Das Einkommen der Vorstandsmitglieder weist BMW auch im Geschäftsbericht 2004 nicht einzeln aus. Insgesamt verdienten die sechs Vorstände 11,9 Millionen Euro, das waren 1,2 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Panke betonte, 84 Prozent der Vergütung seien erfolgsabhängige Tantiemen.</P><P>Der Autobauer gehört zu den Unternehmen im DAX, die sich gegen eine Offenlegung der individuellen Einkommen sperren. Panke ließ offen, wie der Konzern auf das angekündigte Gesetz reagieren wird, dass die Unternehmen zum Einzelausweis zwingen soll. "Es gibt ja noch nicht einmal einen Gesetzesentwurf." Er habe aber Bedenken in Sachen Datenschutz.</P>

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