Rollende Zeitbomben - Jedes sechste Auto fällt beim TÜV glatt durch

Auto-Report: - München/Berlin ­- Jedes sechste Auto in Deutschland ist als rollende Zeitbombe unterwegs. Die begehrte TÜV-Plakette wurde 2006 18,2 Prozent beim ersten Vorfahren verweigert. Selbst bei den erst dreijährigen Fahrzeugen wiesen 5,9 Prozent erhebliche Mängel auf. Ein Lichtblick: Zwei deutsche Alltags-Autos schnitten nach drei Jahren noch am besten ab: Opel Meriva (1,8 Prozent) und Ford Fusion (2,6 Prozent).

In Bayern sieht der TÜV-Auto-Report etwas günstiger aus als in ganz Deutschland. Insgesamt hatten 15,25 Prozent aller Fahrzeuge im Freistaat bei der Hauptuntersuchung erhebliche Mängel. Erschreckenderweise finden sich auf der Mängel-Hitliste die Bremsen mit 28,45 Prozent ganz vorn, darauf folgt das Licht mit 25,85 Prozent.

Auffällig: In München hatten die Autos im Bayern-Vergleich die besten Bremsen und das schlechteste Licht. Auch bei den Achsen/Rädern/Reifen liegt München ganz vorn, während die Nachbarn in Fürstenfeldbruck in dieser Disziplin nach unten aus dem Rahmen fallen.

Von den oberbayerischen TÜV-Regionen (nicht zu verwechseln mit den politischen Landkreisen) ergibt sich eine klare Reihenfolge: Mit 53,5 Prozent mängelfreier Fahrzeuge ist Ingolstadt oberbayerischer Spitzenreiter gefolgt von Fürstenfeldbruck (46,2 Prozent), Garching (43,6 Prozent), München (42,1 Prozent) und Rosenheim (41,1 Prozent). Bei den Fahrzeugen, die einen zweiten Anlauf auf die Plakette nehmen müssen, ergibt sich das umgekehrte Bild. Rosenheim ist mit 41,2 Prozent trauriger Spitzenreiter, Ingolstadt mit 19,2 Prozent Schlusslicht. Die Landeshauptstadt trägt in einer anderen Kategorie die rote Laterne: 0,18 Prozent aller Fahrzeuge wurden sofort aus dem Verkehr gezogen. Das bedeutet, jedes 500. Fahrzeug, das uns auf den Münchner Straßen entgegenkommt, ist absolut verkehrsunsicher.

Beim Markenvergleich ­ nicht nur der Neufahrzeuge ­ schlugen sich deutsche Autos diesmal besser als in den letzten Jahren. In den Listen der Mängelzwerge tauchen Mercedes- und Porsche-Fahrzeuge je siebenmal auf, Toyota fünfmal, Subaru zweimal, Audi, VW, Opel Ford, Mazda und Honda je einmal. Insgesamt kamen diesmal nur Marken deutscher und japanischer Konzerne in die Bestenlisten.

Ein buntes Völkergemisch findet man dagegen bei den Mängelriesen: Darunter die missratene US-Schwester von Mercedes. Mit fünf Nennungen wurde Chrysler nur knapp geschlagen von Renault (5) und liegt vor Citroën (4). Der VW-Konzern ist nicht nur mit den Töchtern Skoda (1) und Seat (2) vertreten, sondern auch einmal mit der Kernmarke. Auch Kia und Alfa brachten es auf je zwei Nennungen. Der Kia-Carnival aus Korea erreicht einen Rekord: Schon nach drei Jahren fällt jeder vierte durch, nach fünf Jahren wird jedem dritten die Plakette verweigert. Diese Quote übertreffen lediglich wesentlich ältere Fahrzeuge anderer Marken: Der Renault Twingo nach neun Jahren (35,7 Prozent) sowie nach elf Jahren der Seat Toledo (36,8 Prozent) und der Renault Espace (37,7 Prozent). Zum Vergleich: Von elfjährigen Porsche 911 fallen nur 6,5 Prozent durch, vom Mercedes SL 7,8 Prozent.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trumps Eigentor gegen BMW
Verlieren die Deutschen Autobauer ihren zweitwichtigsten Exportmarkt USA? Vielleicht. Doch vor allem hat Donald Trump mit seinem Rundumschlag gegen die deutsche …
Trumps Eigentor gegen BMW
Trotz Terror: Neuer weltweiter Touristenrekord
Madrid (dpa) - Anschläge und internationale Konflikte haben Urlauber in weiten Teilen der Welt im vergangenen Jahr nicht von Reisen ins Ausland abgehalten.
Trotz Terror: Neuer weltweiter Touristenrekord
"Nein zum Protektionismus" - China wirbt für Freihandel
Der künftige US-Präsident Trump will die Wirtschaft seines Landes mit Strafzöllen abschotten und Freihandelsabkommen aufkündigen. Das ist der falsche Ansatz, meint …
"Nein zum Protektionismus" - China wirbt für Freihandel
Tarifkonflikt bei Geldboten nicht entschärft
Auch nach einem Warnstreik haben beide Seiten keine Tariflösung für die Geldboten und -sortierer gefunden. Der Gewerkschaft Verdi sind vor allem die großen regionalen …
Tarifkonflikt bei Geldboten nicht entschärft

Kommentare