Rolls-Royce hat Übernahme-Schock verwunden

- München/Goodwood - Vor sechs Jahren sahen viele englische Traditionalisten den Mythos Rolls-Royce am Ende. Ausgerechnet die deutschen Konzerne Volkswagen und BMW lieferten sich eine spektakuläre Übernahmeschlacht um die Marke, die der Inbegriff von britischem Luxus ist. Doch die Traditionsfirma mit dem Anspruch, die besten Autos der Welt zu bauen, hat auch das überlebt. 100 Jahre nach der Gründung schöpft die Luxusmarke neuen Atem. In diesem Jahr sollen 1000 Rolls-Royce gebaut werden - wie seit jeher zum größten Teil in Handarbeit.

<P>Am 4. Mai 1904 hatten sich Henry Royce und Charles Rolls zum ersten Mal getroffen und den Grundstein für eine der berühmtesten Marken der Welt gelegt. Der adlige Rolls betrieb damals einen Autohandel in England und ärgerte sich oft über die schlechte Qualität der Fahrzeuge. Der Techniker Royce wiederum hatte bereits ein eigenes Auto gefertigt. So ergänzten sich die beiden perfekt und noch im Dezember 1904 präsentierten sie die ersten Rolls-Royce-Modelle auf dem Pariser Autosalon.<BR><BR>1906 kam ein Sechs-Zylinder auf den Markt. Ein Jahr später wurde der Sechs-Zylinder silbern lackiert und "Silver Ghost" getauft, noch heute ein Mythos und für viele der erste echte Rolls-Royce. Im Lauf der Jahre wurde das Unternehmen, das auch Flugzeugmotoren fabrizierte, kontinuierlich ausgebaut - auch nach dem Tod von Rolls bei einem Flugzeugunfall 1910. Ein Jahr darauf kam die Kühlerfigur "The Spirit of Ecstasy" - auch Emily genannt - dazu, die neben hohem Preis und hoher Qualität noch heute den Mythos begründet.<BR><BR>1931 schluckte Rolls-Royce die Überreste des Pleite gegangenen Konkurrenten Bentley. 1980 sicherte sich der Rüstungskonzern Vickers die Mehrheit an der Motor Car Division. Als sich Vickers von der Beteiligung trennen wollte, sorgte das Interesse aus Deutschland in England für helle Aufregung. Zunächst erhielt BMW den Zuschlag, wurde dann aber von VW doch ausgestochen - scheinbar. Etwa 700 Millionen Euro zahlten die Wolfsburger - um am Ende doch nur mit Bentley dazustehen. BMW pochte auf die Markenrechte für Rolls-Royce, die der Konzern als Triebwerksbauer hatte, und bekam so am Ende vergleichsweise günstig die Luxus-Marke.<BR><BR>Im vergangenen Jahr wurde der erste unter BMW entwickelte Rolls-Royce vorgestellt. Die Aufregung um eine Übernahme des englischen Statussymbols hatte sich da schon längst gelegt. Ohne einen starken Partner wäre das Überleben für Rolls-Royce schwer gewesen.<BR></P><P> </P>

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