+
Die Fairtrade-Verkäufe stiegen im Jahr 2012 insgesamt in Deutschland um rund ein Drittel.

Bei deutschen Verbrauchern gefragt

Rosen, Kaffee, Bananen: "Fairtrade" boomt

Bonn - „Fair gehandelte“ Waren wie Bananen, Kaffee, Tee oder Rosen setzen sich immer stärker durch. Kleinbauern in ärmeren Ländern soll mit dem Konzept geholfen werden. Die Verbraucher müssen mehr zahlen.

Waren aus „fairem Handel“ sind bei den deutschen Verbrauchern immer stärker gefragt. Vor allem bei Schnittblumen, Bananen und Kaffee und auch dem relativ neuen Produkt Eiscreme legte der Absatz 2012 deutlich zu. Der Trend zu immer mehr verkauften „Fairtrade“-Produkten hält seit mehr als einem Jahrzehnt an. Insgesamt sind die Waren aber immer noch ein Nischenprodukt. Im Schnitt gab ein Verbraucher 2012 rund sechs Euro für „Fairtrade„-Waren aus, wie der Verein Transfair am Donnerstag in Bonn berichtete.

Auch beim Discounter erhältlich

Bei Rosen beträgt der Marktanteil aber bereits knapp 20 Prozent. Auch jede dritte Bio-Banane trägt laut Transfair bereits ein Fairtrade-Siegel. Demnächst sollen auch Kosmetikartikel eingeführt werden.

Die Fairtrade-Verkäufe stiegen im Jahr 2012 insgesamt in Deutschland um rund ein Drittel auf einen Wert von 533 Millionen Euro, berichtete Transfair. Die mit einem Siegel gekennzeichneten Produkte seien seit 2012 flächendeckend im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich, nachdem sie auch der Discounter Aldi und die Drogeriemarktkette dm ins Regal genommen hätten.

Zu zwei Dritteln sind die Waren inzwischen auch mit einem Biosiegel versehen. Die Produzenten bekommen höhere Mindestpreise und eine höhere Prämie, wenn sie auf ökologische Erzeugung umsatteln. Die Verbraucher müssen für Fairtrade-Produkte etwas tiefer in die Tasche greifen, das soll auf der anderen Seite den Kleinbauern und Kooperativen in ärmeren Ländern zugute kommen.

Rückgang bei Schokoloade

Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland mehr als verzehnfacht, wie der Geschäftsführer des Transfair-Vereins, Dieter Overath, berichtete. „Jetzt gilt es, die Sortimente weiter auszubauen und mehr Markenartikler ins Boot zu holen, insbesondere im Süßwarenbereich.

Auch Tee und Textilien werden von den Verbrauchern zunehmend in der „fairen“ Variante gekauft. Ein „Wermutstropfen“ sei hingegen ein Rückgang bei Schokolade, sagte Overath. Hier fehle das Engagement der großen Hersteller. „Kakao-Bauern können ihre Ernte oft nur zu einem kleinen Teil unter Faitrade-Bedingungen absetzen.“

Mit „Fairtrade„ ist das Ziel verknüpft, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern in Entwicklungsländern zu verbessern. Ihnen werden feste Verträge und Mindestabnahmepreise garantiert. Im Gegenzug müssen etwa das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Mindestlohnvereinbarungen beachtet werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abgasaffäre: Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Audi muss nun auch Modelle mit V6-TDI-Motoren umrüsten. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat verpflichtende Rückrufe dieser Fahrzeuge angeordnet. Es geht einmal mehr um …
Abgasaffäre: Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Verdi macht Front gegen Aufspaltung von T-Systems
Berlin (dpa) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die geplante Aufteilung der Telekom-Sparte T-Systems in zwei Gesellschaften kritisiert.
Verdi macht Front gegen Aufspaltung von T-Systems
Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu
Die Kunden wird es freuen, die Konkurrenz ins Schwitzen bringen: Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu und startet eine noch nie dagewesene Aktion.
Aldi bricht ab Montag ein großes Rabatt-Tabu
Reisebranche macht Druck: Urlaubssteuer muss weg
Veranstalter-Reisen könnten teurer werden, warnt die Tourismusbranche. Die Politik müsse endlich Klarheit bei der umstrittenen Urlaubssteuer schaffen.
Reisebranche macht Druck: Urlaubssteuer muss weg

Kommentare