Rosneft-Börsengang vor Erfolg

- Moskau/London - Bei dem milliardenschweren Börsengang des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft zeichnet sich ein Erfolg ab. Angesichts der Überzeichnung der Aktie würden die Orderbücher einen Tag früher als geplant bereits am Mittwochabend geschlossen.

Das meldete die russische Agentur Itar-Tass unter Berufung auf die Konsortialbanken. Auch der britische Ölkonzern BP habe sich entschlossen, als strategische Investition für etwa eine Milliarde Dollar Rosneft-Aktien zu erwerben.

Rosneft will 14,3 Prozent seiner Anteile verkaufen und bis zu 11,6 Milliarden US-Dollar (9,1 Mrd Euro) einnehmen. Der Eröffnungspreis soll am Freitag genannt werden. Der Preis werde zwischen 7,15 und 7,85 Dollar liegen, sagte ein Finanzexperte der Agentur Interfax in Moskau. Damit würde Rosneft einen Marktwert von bis zu 80 Milliarden Dollar erreichen und die bisherige Nummer 1 im russischen Ölgeschäft, Lukoil, überholen. Lukoil gilt aber als besser geführt und transparenter als Rosneft.

Rosneft habe Aktienkaufanträge für etwa 15 Milliarden Dollar eingesammelt, berichtete die russische Wirtschaftszeitung "Wedomosti". Dazu zähle auch das Gebot von BP. Der britische Ölkonzern wolle mit einem Einstieg bei Rosneft sein Verhältnis zum Kreml verbessern, vermuteten Experten in Moskau. BP unterhält in Russland ein Joint Venture mit TNK, das von der russischen Führung immer wieder mit Misstrauen gesehen wird.

Es hatte in Moskau Berichte gegeben, dass der Kreml bei dem schleppenden Beginn der Rosneft-Zeichnung große russische Firmen um Gebote gebeten habe. Als strategische Investoren boten sich vor allem asiatische Ölkonzerne wie die China National Petroleum Corp. (CNPC), die indische Oil and Natural Gas Corporation (ONGC) oder die malaysische Petronas an.

Zum Zeitplan des Börsengangs berichtete "Wedomosti", Rosneft wolle am Donnerstag über die Zuteilung von Aktien entscheiden. Am Freitag, dem von Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow angepeilten Tag, werde der Eröffnungskurs bekannt gegeben. Zunächst sei aber nur außerbörslicher Handel mit den Papieren möglich. Nach Erteilung aller Genehmigungen werde der Handel an der Börse in London (LSE) voraussichtlich am 19. Juli beginnen.

Für Investoren bergen Rosneft-Papiere das Risiko, dass Anwälte des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos Klage einreichen. Rosneft hatte sich das Herzstück von Yukos, den Förderer Yuganskneftegas, 2004 in einer umstrittenen Auktion einverleibt.

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