Rossmann mit starkem Wachstum

- Burgwedel - Deutschlands drittgrößte Drogeriekette Rossmann sieht ein stärkeres Wachstum als die Konkurrenz und will den Abstand zum Branchenzweiten dm verkürzen. "Wir wollen zu dm aufschließen, das braucht aber noch ein paar Jahre", sagte Firmenchef Dirk Rossmann am Mittwoch in Burgwedel.

Im laufenden Jahr will die Kette alleine in Deutschland 120 neue Läden eröffnen. Eine Ende des harten Preiskampfs in der Branche sieht Rossmann nicht. Er begrüße dies aber. Dies sei im Sinne der Verbraucher.

Rossmann hat derzeit bundesweit 1180 Drogeriemärkte und bereits in den vergangenen Jahren kräftig expandiert. Firmenchef Rossmann sieht "noch lange keine Sättigung, zumindest nicht in den nächsten Jahren". In Polen, Tschechien und Ungarn sollen 2006 insgesamt 151 Läden dazukommen. In diesen Ländern hat Rossmann derzeit 427 Märkte. Rossmann sagte, das Unternehmen plane vorerst nicht, neue Länder zu erschließen.

2005 stieg der Umsatz der Rossmann-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Damit sei Rossmann erneut schneller gewachsen als die Konkurrenz, hieß es. In Deutschland setzte Rossmann rund zwei Milliarden Euro um. Dies sei auch auf die Übernahme von rund 400 früheren kd-Drogeriemärkten zurückzuführen.

2006 strebt Rossmann mit derzeit mehr als 17 000 Beschäftigten, davon 13 000 in Deutschland, einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro an. In den ersten drei Monaten 2006 seien die Erlöse um 16 Prozent gestiegen. Konkurrent dm erzielte 2005 konzernweit einen Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro. Branchenführer Schlecker liegt weit vorne.

Das Rossmann-Ergebnis habe sich 2005 weiter positiv entwickelt, hieß es. Der Konzern habe eine Rendite vor Steuern von zwei Prozent erreicht. Einzelheiten nannte Rossmann nicht.

Zu möglichen Zukäufen sagte der Firmenchef, das Unternehmen führe derzeit keine Verhandlungen. Er bekräftigte aber das grundsätzliche Interesse an Teilen des Konkurrenten Ihr Platz, der in Schwierigkeiten steckt.

Zu der laufenden Untersuchung des Kartellamts gegen Rossmann wollte sich der Firmenchef nicht direkt äußern. Das Kartellamt prüft die Verkaufspreise der Kette. Rossmann soll unter anderem Haarshampoo unter dem Einkaufspreis anbieten. Der Kette droht ein Bußgeld von bis zu einer Million Euro.

Rossmann sagte, nirgendwo in Europa seien die Preise für Markenartikel so niedrig wie in Deutschland. Dies sei Ausdruck eines "funktionierenden Wettbewerbs".

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