+
Philips-Vorstandschef Frans van Houten

Rote Zahlen: Philips mit Milliardenverlust

Amsterdam - Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist im zweiten Quartal wegen Abschreibungen tief in die roten Zahlen gerutscht.

Der niederländische Elektronikkonzern Philips ist im zweiten Quartal wegen unerwarteter Abschreibungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 1,345 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 262 Millionen Euro vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Montag in Amsterdam mitteilte.

Kurzfristig erwartet Vorstandschef Frans van Houten keine deutliche Verbesserung. “Das wirtschaftliche Umfeld ist unsicher“, sagt der seit April amtierende Konzernchef. Helfen sollen nun ein 500 Millionen Euro schweres Sparprogramm für das Unternehmen und ein zwei Milliarden Euro umfassendes Aktienrückkaufprogramm für die Aktionäre. Im frühen Handel stieg der Philips-Kurs um rund zwei Prozent.

Durch nahezu alle Sparten zogen sich die Abschreibungen. Am stärksten wertete der Konzern sein Gesundheitsgeschäft ab: 824 Millionen Euro betrug hier die Korrektur. Auch im Lichtgeschäft, das zwar weiterhin von der starken Nachfrage der Autobauer getragen wird, aber beim Verkauf an die Verbraucher schwächelt, schrieb der Konzern mehr als eine halbe Milliarde Euro ab.

Forbes-Liste: Die reichsten Menschen der Welt 2011

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Die Erwartungen insgesamt seien an die Zeit nach dem Ende der Erholungsphase angepasst worden, hieß es im Bericht. Der Umsatz schrumpfte in der Zeit von April bis Juni von 5,3 auf 5,2 Milliarden Euro. Neben einer gebremsten Nachfrage für die Konsumelektronik machten sich hier die instabilen Devisenmärkte negativ bemerkbar.

Die Währungseffekte drückten so kräftig auf die Erlöse, dass auch ein Zuwachs in der Gesundheitssparte und ein solides Abschneiden im Lichtgeschäft, in dem Philips weiterhin von der Umstellung auf Leuchtdioden profitiert, einen Umsatzrückgang nicht verhindern konnten. Philips hatte jüngst bereits gewarnt, dass wegen des schwächeren Marktumfelds in Westeuropa der Gewinn im zweiten Quartal leiden dürfte.

Auch das einst größte Sorgenkind, die im April ausgegliederte TV-Sparte, brachte mit 97 Millionen Euro erneut einen Verlust. Das Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zwei Milliarden Euro läuft für ein Jahr und startet ab sofort. Das Sparprogramm, mit dem Philips die Kosten um eine halbe Milliarde Euro drücken will, soll sich ab 2013 positiv auswirken. Ob ein Stellenabbau Teil des Programms ist, ließ das Unternehmen offen.

Bis 2013 soll der Umsatz um vier bis sechs Prozent jährlich wachsen. Die Marge für den operativen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Konzern soll bei 10 bis 12 Prozent herauskommen. Zum Vergleich: Im abgelaufenen Quartal lag sie bei 7,1 Prozent. Der deutsche Rivale Siemens will seine Zwischenbilanz am 28. Juli veröffentlichen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen
Bonn/Frankfurt (dpa) - Die Deutsche Post ist mit Millionen erfundenen Briefen betrogen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittele in dem Fall, sagte ein Postsprecher.
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen
Noch 30 "technische Risiken" in BER-Fluggastterminal
Berlin (dpa) - In dem noch nicht fertiggestellten Fluggastterminal des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld bestehen derzeit etwa 30 "technische Risiken" von …
Noch 30 "technische Risiken" in BER-Fluggastterminal
Post bei Brief-Rabattzahlungen um bis zu 100 Millionen Euro betrogen
Die deutsche Post ist offenbar um eine hohe Millionensumme betrogen worden. Es geht um Rabattzahlungen bei gebündelten Briefen. Drei Beschuldigte sitzen bereits hinter …
Post bei Brief-Rabattzahlungen um bis zu 100 Millionen Euro betrogen
Flughafen BER: Noch 30 „technische Risiken“ in Fluggastterminal
Nach elf Jahren Bauzeit werden die Mängel am Hauptstadtflughafen BER nach und nach beseitigt. Aktuell sollen im Fluggastterminal noch 30 „technische Risiken“ bestehen.
Flughafen BER: Noch 30 „technische Risiken“ in Fluggastterminal

Kommentare