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Der Rubel rollt in dicken Bündeln auf Europa zu

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- Moskau - Wechselstuben an Flughäfen werden bald den 500-Rubel-Schein mit Zar Peter dem Großen und den 1000er mit Jaroslaw dem Weisen kennen lernen. Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin wird der russische Rubel zum 1. Juli voll konvertierbar sein, erstmals seit Ende der Zarenzeit.

Russische Touristen und Geschäftsleute sollen nach dem Wunsch des Kreml in Zukunft mit Rubeln statt Dollar oder Euro in den Hosentaschen durch die Welt ziehen.

Nach wichtigen Reformen will Putin vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit 2008 in der Finanzpolitik Nägel mit Köpfen machen. Die überraschend auf den 1. Juli vorgezogene Freigabe des Rubels soll den legalen Geldfluss von und nach Russland intensivieren. "Die Konvertierbarkeit wird zur vollständigen Einbindung Russlands in die Weltwirtschaft führen", prognostizieren die Russlandexperten von UBS. Finanzexperten erwarten eine leichte Aufwertung des Rubel sowie viel frisches Kapital von außen.

Dieses wird trotz der gigantischen Energiegewinne dringend gebraucht, denn es fehlt an Investitionen in die eigene Wirtschaft. Die russische Wirtschaft hängt noch immer von Rohstoffexporten ab. Da die meisten Investitionen über Kredite finanziert werden, soll der heimische, auf Rubel basierende Bondsmarkt (Wertpapiermarkt) gefördert werden. Damit fiele das Wechselkurs-Risiko weg.

Auswirkungen auf den deutlich eingebrochenen Aktienmarkt erwarten Moskauer Experten durch die Konvertierbarkeit des Rubels nicht. "Es ist aber auf jeden Fall eine vertrauensbildende Maßnahme", unterstreicht der Chefanalyst des Investmenthauses Troika Dialog, Jewgeni Gawrilenkow.

Das stabile Wirtschaftswachstum und der zunehmende Wohlstand in Teilen der Bevölkerung haben die schwere Wirtschaftskrise von 1998 fast vergessen gemacht. Dank hoher Öl- und Gaseinnahmen erwirtschaftet der Staat seit Jahren einen Überschuss. Daraus wurde ein Stabilitätsfonds mit Rücklagen im Wert von 58,7 Milliarden Euro gebildet, um Russland vor Turbulenzen auf den Finanz- und Rohstoff-Märkten zu bewahren.

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