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Familie Diesel mit zwei Bes uchern (r.) in der Giselastraße in München. Das Paar hatte drei Kinder: Eugen, Heddy und Rudolf jun. Später kam der Umzug nach Bogenhausen.

Zum 125. Geburtstags des Dieselmotors

Rudolf Diesel – genialer Erfinder, mysteriöser Tod

Bis heute treibt sein Motor rund um den Globus Fahrzeuge an – dabei kam der weltberühmte Erfinder aus eher ärmlichen Verhältnissen.

München – Rudolf Christian Karl Diesel wurde am 18. März 1858 als Kind deutscher Eltern in Paris geboren. Der deutsch-französische Krieg zwang die Familie, nach London auszuwandern. Rudolf kam zu Verwandten nach Augsburg. Dort absolvierte er bis 1873 die Gewerbeschule und bis 1875 die Industrieschule. Beide schloss er als Jahrgangsbester ab.

Zwar kam er aus ärmlichen Verhältnissen – ein Stipendium ermöglichte ihm aber das Studium am Münchner Politechnikum. Sein Examen schloss er 1880 mit der besten Note ab, die seit Bestehen der Einrichtung jemals erreicht wurde. Ab 1881 leitete er die Pariser Niederlassung von Linde (dort lernte er seine spätere Frau Martha Flasche kennen), ab 1890 führte er das technische Büro des Unternehmens in Berlin. 1892 meldete Diesel seine Wärmekraftmaschine zum Patent an. Im April 1893 konnte er in Räumen der Maschinenfabrik Augsburg mit dem Versuchsaufbau beginnen. Zehn Monate später, Anfang 1894, lief die Maschine erstmals im Leerlauf. Doch erst am 17. Februar 1897 lief die Maschine zufriedenstellend.

1898 gründete Diesel die Dieselmotorenfabrik Augsburg. Sie war von Anfang an ein geschäftlicher Misserfolg und wurde 1911 wieder aufgelöst. Doch Lizenzeinnahmen machten den Erfinder zum wohlhabenden Mann. 1901 bezog die Familie eine Villa in Bogenhausen. Sie kostete samt Bauplatz und Einrichtung ungefähr neunhunderttausend Mark – am Luxus wurde nicht gespart. Die Küche, so heißt es, war eine der schönsten der Stadt. Die Wände ließ Diesel doppelt mauern – damit keine Feuchtigkeit im Haus, das eher ein Schlösschen war, entsteht.

1903 wurden die ersten Motorschiffe mit Dieselmotoren ausgerüstet. In den folgenden Jahren reiste Diesel viel, hielt Vorträge, doch er verlor durch Grundstücksspekulationen und geschäftliche Misserfolge viel Geld. Diese Rückschläge zehrten weiter an der Gesundheit des Mannes, der bereits mit 40 Jahren einen ersten schweren Zusammenbruch erlitten hatte.

Am 29. September 1913 kam der Erfinder ums Leben. Sicher ist nur, dass Rudolf Diesel an jenem Tag auf dem Schiff „Dresden“ eine Kabine für eine Fahrt über den Ärmelkanal von Belgien nach England gebucht hatte. In der Nacht stürzte Diesel in den Ärmelkanal. Seine Leiche wurde zwei Wochen später von der Besatzung eines Lotsenboots entdeckt. Auf die Todesnachricht hin öffnete die Witwe einen Koffer, den ihr Mann ihr vor seiner Abfahrt überreicht hatte. Er enthielt 20 000 Mark. Die Konten waren leer und hohe Zinsverpflichtungen waren nicht gedeckt.

mm/caz

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