Rückblick: Von der "Bundespost" zur Deutschen Telekom

- Hamburg - Die Deutsche Telekom entstand aus der Mammutbehörde Deutsche Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1989 an in einer mehrstufigen Reform in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schließlich privatisiert.

Druck kam auch von der Europäischen Union, die den freien Verkehr von Dienstleistungen und die Abschaffung der Monopole verlangte. Die Gewerkschaften wehrten sich vergeblich gegen die Privatisierung, weil sie eine Schlechterstellung der Mitarbeiter und den Verlust von 120 000 Arbeitsplätzen befürchteten. Auch die damals oppositionelle SPD sorgte sich um die soziale Sicherheit, stimmte 1994 der Postreform jedoch zu.

Seit 1995 firmiert die Deutsche Telekom als Aktiengesellschaft. Der Telefonriese beschäftigte damals etwa 230 000 Mitarbeiter. Jetzt sind es weltweit etwa ebenso viele, in Deutschland arbeiten jedoch nur noch etwa 160 000. Rund 40 000 haben noch den Beamtenstatus aus früheren Zeiten.

Erster Vorstandsvorsitzender wurde Ron Sommer. Mit Zukäufen in aller Welt wollte er den früheren Staatsbetrieb zum "Global Player" machen. Heute ist die Deutsche Telekom in etwa 50 Ländern vertreten. Bereits in seinem ersten Amtsjahr sorgte Sommer mit einer drastischen Verteuerung von längeren Ortsgesprächen für einen Sturm der Entrüstung.

Die erste von bislang drei Aktienplatzierungen der Deutschen Telekom wurde 1996 von einer beispiellosen Werbekampagne begleitet. Galionsfigur war der Schauspieler Manfred Krug. Damals kauften Millionen Kleinanleger T-Aktien zum Einführungspreis von 28,50 D-Mark (14,57 Euro). Insgesamt flossen bis 2000 mehr als 60 Milliarden Mark in die Kasse.

Zwei Jahre danach stürzte die Aktie ab. Sommer trat im Juli 2002 zurück, auch weil er wohl den Rückhalt von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) verloren hatte. Nach Ex-Henkel-Chef Helmut Sihler als Zwischenlösung übernahm der jetzt abgelöste Kai-Uwe Ricke im November 2002 die Führung.

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