Mangelware

Wenn Unternehmen ein Risiko erkennen: Das sind die häufigsten Ursachen für einen Rückruf

  • Momir Takac
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Es kommt nicht selten vor, dass ein Rückruf fehlerhafte Produkte aus dem Verkehr zieht. Die häufigsten Ursachen lassen sich klar nachvollziehen.

  • Kommt es bei der Herstellung von Produkten zu Fehlern, starten Firmen einen Rückruf*.
  • Konzerne wollen dadurch eine mögliche Gesundheitsgefahr für Verbraucher bannen.
  • Die häufigsten Ursachen für Rückrufe unterscheiden sich je nach Branche.

München - Wo Menschen arbeiten, da passieren Fehler. Es ist nicht nur eine Floskel, sondern Realität. Immer wieder kommt es vor, dass mangelhafte Produkte nicht von der Qualitätskontrolle erkannt werden und in den Verkauf kommen. Sehen Hersteller darin eine Gefahr für Menschen, warnen sie vor möglichen Schäden und starten einen Rückruf. Die häufigsten Ursachen verrät ein Blick in die Statistik.

Häufigste Ursachen für einen Rückruf: Autokonzerne führen Statistik an

Die Gründe dafür sind vielfältig. Mal rufen Autokonzerne Fahrzeuge zurück, weil sie einen Defekt an den Bremsen festgestellt haben, mal warnen Hersteller von Lebensmitteln vor Plastikteilchen in Produkten. Ebenfalls in der Statistik finden sich Rückrufaktionen von Haushaltsgeräten und Arzneimitteln.

Am häufigsten betrifft ein Rückruf die Automobilbranche. Stellt ein Hersteller Mängel an sicherheitsrelevanten Teilen wie Sicherheitsgurte, Lenkung, Airbags, Bremsen, Fahrwerk oder Motor fest, ruft er betroffene Fahrzeuge mithilfe des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zurück und behebt den Fehler kostenfrei. So gab es laut einer Statistik des KBA im Jahr 2019 in Deutschland mehr als 600 Rückrufaktionen von Autoherstellern.

Lebensmittel-Rückruf: Häufigste Ursachen sind Verunreinigungen oder Fremdkörper

Ebenfalls häufig von Rückrufen betroffen ist die Lebensmittelindustrie. Im Jahr 2019 stieg die Zahl der Lebensmittelwarnungen auf ein neues Rekordniveau: 198 Produkte wurden beanstandet. Die häufigste Ursache für Rückrufe waren laut einer Statisitik des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in 73 Fällen mikrobiologische Verunreinigungen durch Keime, Viren oder Bakterien. Der schlimmste Fall war in 2019 der Skandal um Wilke. Der Fleischfabrikant brachte mit Listerien belastete Waren in Umlauf.

In mehr als 60 Fällen waren Fremdkörper wie Teilchen aus Plastik oder Metall, die während der Herstellung in die Produkte gelangten, Grund für einen Rückruf. Unzulässige Inhaltsstoffe wurden in etwa 30 Fällen beanstandet. Leidtragende eines Rückrufs sind meistens Supermärkte oder Discounter*, die den Mangel öffentlich machen und den Rückruf abwickeln. 

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Oliver Berg

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