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Volkswagen und Audi.

Beliebte Modelle betroffen

Zehntausende Diesel-Fahrzeuge von Audi und VW zurück gerufen- für viele kommt das zu spät

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Nach den Hiobsbotschaften für viele Beschäftigte in den vergangenen Tagen, nun der nächste Hammer: Der Diesel-Skandal bei VW und Audi erlangt immer größere Ausmaße.

  • Rückruf bei Audi und VW: Die Automobilindustrie ist unter Druck
  • Nach zahlreichen Stellenstreichungen bei Audi und Bosch, sowie Sparmaßnahmen bei BMW, nun die nächste Negativ-Meldung
  • Grund: Der Diesel-Skandal, der immer weitere Kreise zieht

Wolfsburg - Audi, BMW, Bosch - Sparmaßnahmen, wohin das Auge reicht. Keine Frage, die Automobilbranche ist in Deutschland massiv unter Druck geraten. Und nun das: 

Auto-Rückruf: VW und Audi rufen zehntausende Diesel-Fahrzeuge zurück

Der Volkswagen-Konzern muss einem Medienbericht zufolge zehntausende weitere Diesel-Autos zurückrufen. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) am Donnerstag berichtete, ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt vergangene Woche den Rückruf von 65.000 VW- und Audi-Fahrzeugen an. Grund sei eine unzulässige Abschalteinrichtung, die in den Euro-4-Dieseln mit Drei-Liter-Motor verbaut sei.

Der Rückruf betrifft laut BR die Audi-Modelle A4, A6 und A8 sowie den VW-Touareg. Die Betroffenen sind demnach Autos, die zwischen 2003 und 2009 in Deutschland zugelassen wurden. Erst Anfang November hatte Audi 40.000 Euro-4-Diesel zurückgerufen. Der weitere Rückruf zeige, "dass Audi schon ab 2003 bei Dieselautos offenbar flächendeckend manipuliert hat", schreibt der BR.

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Rückruf für VW und Audi: Motorschutz wurde offenbar vorgeschoben

Dabei soll es um die sogenannte Akustikfunktion gehen. Sie wurde bei Audi entwickelt, um beim damals neuen V6-Dieselmotor unangenehme Geräusche, häufig beschrieben als "Nageln", zu vermindern. Tatsächlich erkennt die Software aber, ob ein Fahrzeug auf dem Prüfstand steht. Dann wird der Stickoxid-Ausstoß des Motors verringert. Bei Fahrten auf der Straße wird die Abgasreinigung dagegen abgeschaltet. Die gesundheitsgefährlichen Stickoxide würden so weitgehend ungefiltert in die Luft gehen, heißt es in dem Bericht.

Dem BR liegt demnach sogar ein interner Vermerk vor, wonach das Kraftfahrt-Bundesamt im Juli 2018 zu dem Schluss kam, dass die Funktionalität daher als unzulässige Abschalteinrichtung eingestuft werde. Audi habe jedoch gegenüber der Behörde lange argumentiert, die Software diene allein dazu, den Motor zu schützen.

Das Argument "Motorschutz" wird allerdings offenbar durch eine Untersuchung des Motorexperten Prof. Georg Wachtmeister von der TU München widerlegt. In dem Gutachten, das dem Sender vorliege, heißt es: "Eine Anwendung von Bauteil- bzw. Motorschutz ist mit den von Audi vorgebrachten Argumenten nicht gegeben. Damit wird in Fällen der Grenzwertüberschreitung die Akustikfunktion als unerlaubte Abschalteinrichtung eingestuft."

Rückruf bei Audi, VW - Kürzungen bei BMW, Bosch: Autobranche kommt nicht aus Negativ-Meldungen heraus

Für viele Autobesitzer könnte der Rückruf laut BR allerdings zu spät kommen. Demnach fürchten Verbraucheranwälte, dass die Schadensersatzansprüche bereits verjährt sein könnten. Wer sein Fahrzeug vor mehr als zehn Jahren gekauft habe, dürfe kaum noch Chancen auf Entschädigung haben, heißt es in dem Bericht.

Es ist die nächste große Negativ-Meldung aus der Automobilindustrie, deren neue Chef-Lobbyistin im Übrigen nun feststehen soll, nachdem Audi und Zulieferer Bosch zuletzt einen massiven Stellenabbau verkündet hatten, und auch BMW Sparmaßnahmen ausrief. 

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Markus Söder will das angeschlagene „Auto-Land Bayern“ stärken und gewährt finanzielle Hilfe. Die mittlerweile beliebteste Autogattung SUV will er nicht verteufeln. An einem „SEV“ arbeitet hingegen ein Münchner Startup - ohne Großinvestoren soll ein Solar-Auto auf die Straßen kommen.

dpa, mke

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