Rückschlag in Telekom-Spitzelaffäre

Bonn - In der Telekom-Spitzelaffäre hat die ermittelnde Bonner Staatsanwaltschaft einen Rückschlag erlitten. Sie kann deswegen vermutlich weder Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke noch Klaus Zumwinkel nicht anklagen.

Die Behörde darf nach einer Entscheidung des Bonner Amtsgerichts einen wichtigen Belastungszeugen nicht erneut vernehmen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag bestätigte. Nach Informationen des “Handelsblatts“ (Mittwoch) wird der ehemalige Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke deshalb nun doch nicht angeklagt werden können.

Bei dem Belastungszeugen handelt es sich demnach um den Anwalt Michael Hoffmann-Becking. Er hatte Ricke und den ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel 2005 beraten, als die Telekom illegal Telefonate von Aufsichtsräten, Journalisten und Betriebsräten ausspionierte. Wie das “Handelsblatt“ weiter berichtete, hatte der Anwalt Ricke und Zumwinkel zunächst belastet, sich dann aber auf seine Schweigepflicht berufen. Der Ermittlungsrichter wolle ihn nicht zu einer Aussage zwingen. Es sei wahrscheinlich, dass deshalb auch Zumwinkel verschont bleibe.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Ermittlungsverfahren bis Ostern abgeschlossen sein wird. Telekom-Konzernmitarbeiter hatten durch den Abgleich von Verbindungsdaten von Aufsichtsräten und Medienvertretern versucht, eine undichte Stelle über die Weitergabe von internen Informationen zu schließen. Die Spitzelaffäre hatte einen Sturm der Entrüstung in der Öffentlichkeit ausgelöst.

dpa

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