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Die BayernLB rechnet fest mit der RÜckzahlung des Milliardenkredits.

Altlast aus Österreich

Droht der BayernLB das nächste Milliardenloch?

München - Einem Gutachten zufolge könnte die BayernLB vergeblich auf die Rückzahlung eines Milliardenkredits an die Hypo Group Alpe Adria warten. Doch die bayrische Landesbank bleibt gelassen.

Die BayernLB hat keine Zweifel, dass ihre frühere Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) Milliardenkredite aus dem Jahr 2008 zurückzahlen wird. “Die BayernLB und die HGAA sind in den vergangenen Jahren ihren beiderseitigen vertraglichen Verpflichtungen ohne Einschränkungen nachgekommen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Man habe keine Zweifel, dass die Verpflichtungen erfüllt würden.

Einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) zufolge, stellt ein Gutachter in Österreich allerdings die Frage, ob die Kredite über insgesamt 3,1 Milliarden Euro nicht verdeckte Eigenkapitalzuschüsse gewesen seien, die nicht zurückgezahlt werden müssten. Nach österreichischen Medien hatte unter anderem die “Financial Times Deutschland“ bereits im Juni darüber berichtet.

In Österreich wird das Gutachten seit Monaten diskutiert. Der Staat hatte die angeschlagene HGAA Ende 2009 vor der Pleite bewahrt, die Bayern traten ihre Anteile für einen Euro an Österreich ab. Die ehemalige Kärntner Landesbank war 2007 von der BayernLB übernommen worden, erwies sich aber als Milliardengrab für Bank und Freistaat.

Bei der Trennung von der HGAA war für die Rückzahlung ein Plan vereinbart worden. Nach Angaben aus Finanzkreisen zahlt die HGAA seither auch die fälligen Zinsen. Der frühere bayerische Finanzminister Erwin Huber (CSU) sagte der “SZ“, die Zahlungen seien Liquiditätshilfen gewesen, um der HGAA zu ermöglichen, ihr Geschäft in Südosteuropa auszubauen. Er wies den Vorwurf zurück, die Kredite hätten die schwierige Lage der HGAA im Landtagswahlkampf 2008 überdecken sollen.

dpa

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