Rürup neuer Chef der Wirtschaftsweisen

- Wiesbaden - Nach dem heftigen Streit der vergangenen Wochen haben die "Fünf Weisen" den Wirtschafts- und Sozialexperten Bert Rürup zum ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Der 61-Jährige erhielt alle Stimmen des fünfköpfigen Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die dreijährige Amtszeit beginnt am 1. März. Den Streit unter den Ratsmitgliedern erklärte Rürup für beendet. Die Bundesregierung forderte der Darmstädter Professor zugleich auf, den Reformkurs fortzusetzen.

<P class=MsoNormal>Rürup wird Nachfolger des Regensburger Ökonomen Wolfgang Wiegard, der Ende Februar den Ratsvorsitz niederlegt. Wiegard hatte das mit der hohen Arbeitsbelastung und mit inhaltlichen Differenzen mit dem "Wirtschaftsweisen" Peter Bofinger begründet. "Wir haben am vergangenen Donnerstag ein sehr intensives und konstruktives Gespräch geführt. Seitdem sind die persönlichen Verhältnisse untereinander wieder sehr gut", sagte Rürup dem Hessischen Rundfunk.</P><P class=MsoNormal>Der 61-Jährige gehört dem Sachverständigenrat seit Frühjahr 2000 an. Er hat die Bundesregierung bereits mehrfach zu unterschiedlichen Themen beraten. So leitete er Kommissionen zur Reform der Rentenbesteuerung und zur Finanzierung des Sozialsystems. Erst kürzlich war Rürup für fünf weitere Jahre in den Sachverständigenrat berufen worden. An Bundeskanzler Gerhard Schröder appellierte Rürup, nun keine Reformpause bis zur Bundestagswahl 2006 einzulegen. "Eine Politikabstinenz zum jetzigen Zeitpunkt wäre völlig falsch." </P><P class=MsoNormal>Rürups Vorgänger Wiegard hatte zum Jahreswechsel das Handtuch geworfen, nachdem der Streit um das Ratsmitglied Bofinger eskaliert war. Sowohl Wiegard als auch der "Wirtschaftsweise" Wolfgang Franz hatten öffentlich massive Kritik an Bofinger geäußert. Der Streit wurde unter anderem durch Bofingers Eintreten für eine Förderung des Konsums mit einer verstärkt nachfrageorientierten Politik angeheizt. Franz nannte Bofinger "nicht teamfähig". Er sei im Rat zu keinen Kompromissen bereit gewesen.</P>

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