Ruß-Filter: Über zwei Millionen alte Diesel lassen sich nachrüsten

- München -­ Rußpartikelfilter sollen nach Möglichkeit bereits ab nächstem Jahr steuerlich gefördert werden. Nach der Einigung der Landesumweltminister zeichnet sich die grobe Linie ab. Hier die Antworten zu den wichtigsten Fragen.

Fördergeld

Wie hoch fällt die Förderung bei einer Nachrüstung aus?

Geplant ist ein einmaliger steuerlicher Nachlass von 330 Euro.

Neufahrzeuge

Werden auch neue Fahrzeuge mit Partikelfilter gefördert?

Nein. Da die Industrie zugesichert hat, nur noch neue Diesel-Fahrzeuge mit Filter anzubieten, hält die Politik eine Förderung für nicht notwendig.

Nachrüstung

Was kostet die Nachrüstung?

Im Schnitt um die 600 Euro. Es gibt für manche Fahrzeuge deutlich preisgünstigere Lösungen. Doch auch Kosten bis etwa 1000 Euro sind keine Seltenheit.

Modellpolitik

Können alle alten Diesel nachgerüstet werden?

Nein. Für ältere Modelle mit Vorkammer wird es keine Nachrüstung geben (obwohl Mercedes in US-Exportfahrzeuge bereit vor 1990 Partikelfilter eingebaut hat, um die strengen kalifornischen Gesetze einzuhalten). Auch bei Exoten ist häufig keine Lösung in Sicht. Je häufiger ein Modell ist, desto leichter findet man ein Angebot. Für häufig eingesetzte Motoren (etwa von Audi und VW) gibt es Nachrüst-Filter selbst für 11 Jahre alte Modelle. Doch für manche seltenen Neuwagen sucht man vergeblich.

Für die vor allem bei Taxifahrern wegen ihrer Zuverlässigkeit immer noch beliebten Mercedes-Modelle der Baureihe W124/S124 wird es voraussichtlich keine Filter-Lösung geben. Insgesamt sollen mindestens zwei Millionen der zehn Millionen alten Dieselfahrzeuge in Deutschland nachgerüstet werden können. Dabei ist umstritten, ob der deutlich stärker sichtbare Ruß älterer Fahrzeuge im gleichen Maß gesundheitsschädlich wirkt, wie die Feinstaubpartikel aus Motoren mit moderner Einspritztechnik, die tief in die Lunge vordringen. Ob Ihr Auto nachgerüstet werden kann, erfahren Sie in Ihrer Werkstatt oder Sie finden es bei unseren Themen-Links im Internet.

Wer zahlt

Die Förderung soll den Staat nichts kosten. Wer zahlt?

Die Fahrer älterer Diesel-Autos, die nicht nachrüsten wollen oder können, müssen einen Steueraufschlag von 1,60 Euro pro 100 cm³ in Kauf nehmen. Für ein Fahrzeug mit 2000 cm³ wären dies 32 Euro, bei 3000 cm³ 48 Euro pro Jahr.

Bereits nachgerüstet

Werden auch Fahrzeuge gefördert, bei denen bereits ein Filter nachgerüstet wurde?

Das bleibt die Streitfrage. Die Umweltminister sind für eine Förderung auch für Nachrüstungen aus den Jahren 2005 und 2006, die Finanzminister wollen ihre Kassen schonen. Es ist auch noch nicht geklärt, ob eine rückwirkende Förderung rechtlich möglich ist. Es lohnt sich also abzuwarten.

Bio-Diesel

Kann ein mit Filter nachgerüstetes Fahrzeug mit Biodiesel betrieben werden?

Nur wenn sowohl der Fahrzeughersteller als auch der Hersteller des Filters dies freigegeben haben, ist ein Betrieb mit Rapsmethylester (Biodiesel) möglich.

Leistung

Verliert ein Motor durch die Nachrüstung an Leistung?

Ein spürbarer Leistungsverlust tritt nicht ein. Auch beim Verbrauch drohen keine bösen Überraschungen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tarifkonflikt bei Geldboten nicht entschärft
Auch nach einem Warnstreik haben beide Seiten keine Tariflösung für die Geldboten und -sortierer gefunden. Der Gewerkschaft Verdi sind vor allem die großen regionalen …
Tarifkonflikt bei Geldboten nicht entschärft
VW verliert in Europa Marktanteile ein - Daimler legt zu
Der Abgasskandal hinterlässt bei Volkswagen weiter Spuren: Der Autobauer verliert in Europa Marktanteile - während die Konkurrenz teils kräftig zulegt.
VW verliert in Europa Marktanteile ein - Daimler legt zu
Chinesischer Staatschef Xi Jinping warnt vor Handelskriegen
Davos (dpa) - Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping hat mit Nachdruck vor neuen Handelskriegen gewarnt. "Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft", sagte Xi am …
Chinesischer Staatschef Xi Jinping warnt vor Handelskriegen
Hendricks will Agrarsubventionen umverteilen
Berlin (dpa) - Vor Beginn der Agrarmesse Grüne Woche hat Umweltministerin Barbara Hendricks gefordert, Agrarsubventionen in der EU stärker nach Umwelt-Gesichtspunkten zu …
Hendricks will Agrarsubventionen umverteilen

Kommentare