Russen wollen Telekom

- Bonn - Die Deutsche Telekom ist in den Fokus russischer Großkonzerne geraten. Nach dem Mischkonzern Sistema bekundet jetzt auch die Alfa-Gruppe ihr Interesse an einem Einstieg bei einem europäischen Telekomkonzern.

"Wir sind in Gesprächen mit Vodafone und mit anderen großen europäischen Telekomkonzernen", sagte Kirill Babaew, Chef der Telekomsparte von Alfa, der britischen Tageszeitung "The Times". Die Alfa-Gruppe habe zudem Gespräche mit der Deutschen Telekom und France Télécom angeregt.

Damit reiht sich ein weiterer Interessent für eine Beteiligung am größten europäischen Telekommunikationsunternehmen ein. Nach Angaben aus russischen Konzernkreisen hat Sistema Gespräche über einen Einstieg aufgenommen, die sich aber in einem frühen Stadium befinden. Die Telekom sprach von Spekulationen und lehnte einen Kommentar dazu ab.

Nach einem Bericht der "Welt" strebt Sistema eine Sperrminorität von 25 Prozent an und bietet dafür die Kontrolle über den russischen Mobilfunkmarktführer MTS an. Die Telekom war bereits an MTS beteiligt gewesen, hatte das 40-Prozent-Paket aber verkauft, weil eine mehrheitliche Übernahme am Widerstand von russischen Großaktionären scheiterte.

Eine Beteiligung von Sistema birgt zudem weiteres Konfliktpotenzial: Telekom-Chef Ricke würde auf seinen Amtsvorgänger Ron Sommer treffen, der Sistema berät und zugleich beim Finanzinvestor Blackstone unter Vertrag ist. Der Investor ist mit 4,5 Prozent einer der größten Aktionäre der Deutschen Telekom.

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