Streit mit Suchmaschine Yandex

Russische Kartellbehörde ermittelt gegen Google

Moskau - Die russische Kartellbehörde hat am Freitag Ermittlungen gegen den US-Technologieriesen Google aufgenommen.

Das sagte Behördenchef Igor Artemew im Parlament in Moskau, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Hintergrund ist eine Beschwerde des russischen Suchmaschinenanbieters Yandex.

Die Firma wirft Google vor, mit seinem Betriebssystem Android die Installation von Yandex-Angeboten auf Mobiltelefonen zu behindern. Zudem sei Google auf Android-Smartphones als Suchmaschine voreingestellt. Yandex hatte sich nach eigenen Angaben am Mittwoch an die Kartellbehörde gewandt.

Das Unternehmen betreibt die meistgenutzte Internet-Suchmaschine in Russland mit einem - zuletzt aber fallenden - Marktanteil von rund 60 Prozent. Daneben bietet Yandex eine ganze Reihe von Apps an, darunter Übersetzungsprogramme und Kartendienste. Den Vorwürfen zufolge verbietet Google Smartphone-Herstellern, die Android verwenden, die Vor-Installation von Yandex-Apps. Android laufe auf 86 Prozent der in Russland benutzten Mobiltelefone.

Google wird von Konkurrenten immer wieder vorgeworfen, seine Marktmacht zu missbrauchen, um bei Smartphones auf unfaire Weise eigene Apps durchzusetzen. Eine Beschwerde dagegen war unter anderem 2013 bei der EU-Kommission eingereicht worden. Sie wurde von einer Allianz von 17 Unternehmen formuliert, darunter Microsoft, Oracle und Expedia.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EU-Defizitverfahren gegen Griechenland offiziell beendet
Lange war Griechenland der größte Wackelkandidat, wenn es um die Zukunft der Eurozone ging. Aber auch in der gesamten EU gab es Sorgen um Athens Haushaltslage. Eine …
EU-Defizitverfahren gegen Griechenland offiziell beendet
Uber-Chef entschuldigt sich nach Rausschmiss in London
London (dpa) - Nach dem Rauswurf in London zeigt der neue Chef des umstrittenen Fahrdienst-Vermittler Uber Reue. "Im Namen von allen bei Uber weltweit entschuldige ich …
Uber-Chef entschuldigt sich nach Rausschmiss in London
Investor stoppt Planungen für Duisburger Outlet-Center
Duisburg (dpa) - Nach dem Bürgerentscheid gegen den geplanten Bau des größten deutschen Designer-Outlets in Duisburg hat der spanische Outlet-Center-Betreiber Neinver …
Investor stoppt Planungen für Duisburger Outlet-Center
Wahlausgang wirft Anleger nicht aus der Bahn
Frankfurt/Main (dpa) - Gelassen hat der deutsche Aktienmarkt auf die hohen Verluste der großen Koalition und den Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl reagiert.
Wahlausgang wirft Anleger nicht aus der Bahn

Kommentare