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Bald mit arabischem Kapital? Der Büroturm des angeschlagenen Energiekonzerns RWE in Essen. Foto: Bernd Thissen/Archiv

RWE spricht mit arabischem Investor über mögliche Kooperation

RWE verdient immer weniger Geld mit seinen Kraftwerken und muss bei wichtigen Investitionen sparen. Abhilfe könnte da ein starker Partner schaffen. Mit einem arabischen Investor spricht man schon länger.

Essen (dpa) - Der angeschlagene Energiekonzern RWE spricht mit einem Großinvestor aus dem arabischen Raum über eine mögliche Kooperation. Der Investor habe RWE bereits vor einigen Monaten angesprochen, sagte eine Konzernsprecherin auf Nachfrage.

"Wir prüfen derzeit verschiedene Arten der Kooperation." Mehr lasse sich dazu derzeit aber noch nicht sagen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, Investoren aus Abu Dhabi wollten 10 Prozent des Unternehmens übernehmen. RWE hatte Ende 2014 eine Börsenkapitalisierung von 15,5 Milliarden Euro, ein Einstieg in der Höhe würde also rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Theoretisch denkbar wären aber auch eine Kapitalerhöhung oder ein Gemeinschaftsunternehmen unter Beteiligung des Investors.

Der Essener Energieriese ist mit 31 Milliarden Euro hoch verschuldet und muss nicht nur an den Personal- und Sachkosten, sondern auch bei Investitionen in Zukunftsfelder sparen. Allein 2014 sackten die Investitionen in Sachanlagen um 600 Millionen Euro auf 3,2 Milliarden Euro ab. In den nächsten Jahren wollen die Essener auch bei Investitionen in das Zukunftsfeld erneuerbare Energien weiter sparen.

Kritiker sehen darin ein Handicap für den nötigen Umbau des Geschäfts in Zeiten der Energiewende. Deswegen könnte frisches Geld von einem finanzstarken Investor RWE nach Meinung von Branchenexperten helfen.

Im vergangenen Jahr war der betriebliche Gewinn von RWE weiter um ein Viertel auf rund vier Milliarden Euro zurückgegangen. Um das Ruder herumzureißen, verschärft der Konzern sein Sparprogramm. Allein 2014 sank die Zahl der Mitarbeiter auch durch verkaufte Geschäftssparten um gut 5100 auf knapp 59 800. 2015 soll das betriebliche Ergebnis weiter auf 3,6 bis 3,9 Milliarden Euro sinken.

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