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Ryanair-Chef Michael O'Leary: Seine Airline steht am Pranger der EU-Kommission.

Mehr Information zu Ausfällen gefordert

Ryanair bekommt dicken Rüffel von der EU-Kommission

Angesichts der zahlreichen Flugausfälle beim irischen Billigflieger Ryanair in ganz Europa haben EU-Kommission und britische Regierung die Airline gerügt. Die Kommission forderte die Airline auf, die Kundenrechte "in vollem Umfang" zu respektieren.

Brüssel - EU-Kommissarin Violeta Bulc erklärte am Montag, dank der EU hätten Flugpassagiere bei Verspätungen und Ausfällen ein Recht auf Entschädigung. Brüssel stehe in Kontakt zu Ryanair, "und wir erwarten, dass sie diese Rechte voll umsetzen". Die nationalen Behörden seien zuständig für die Kontrolle. Der für Luftfahrt zuständige Staatssekretär Martin Callanan in London mahnte: "Wir erwarten, dass alle Airlines alles in ihrer Macht Stehende tun, die Kunden weit im Voraus über Reiseunterbrechungen zu informieren."

Ryanair hatte am Freitagabend bekanntgegeben, dass in den kommenden sechs Wochen bis zu 2100 Flüge ausfallen werden - pro Tag 40 bis 50. Die meisten Kunden wissen aber nicht, ob ihr Flug gestrichen wird oder nicht: Auf der Internetseite listete Ryanair bislang nur die gestrichenen Flüge bis Mittwochabend auf.

In den sozialen Netzwerken empörten sich viele Passagiere. "Wie zum Teufel kann ich wissen, ob ich auch zurückkomme?", schrieb eine Kundin auf Twitter. "Veröffentlicht sofort die ganze Liste!" Auch Rory Boland von der britischen Verbraucherschutzgruppe Which? erklärte, es sei "zentral", dass Ryanair die ganze Liste publik mache, damit Kunden umplanen könnten.

Ryanair: Weniger als zwei Prozent der Verbindungen betroffen

Ryanair bietet betroffenen Passagieren eine Umbuchung oder Entschädigung an - ausnahmsweise ohne Extragebühren. Die Fluggesellschaft erklärte die Ausfälle mit Kapazitätsengpässen bei der Flugkontrolle, Streiks in Frankreich und einer chaotischen Urlaubsplanung im Unternehmen. Viele Piloten und Kabinenpersonal müssten in den kommenden sechs Wochen ihren Jahresurlaub nehmen. Zum Start des Winterflugplans im November werde sich die Lage wieder normalisieren. Betroffen seien "weniger als zwei Prozent der Verbindungen".

Britischen Berichten zufolge kämpft Ryanair aber auch mit Pilotenmangel, weil viele Kapitäne von der Konkurrenzairline Norwegian abgeworben worden seien. Der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, bestätigte: "Ryanair-Mitarbeiter sagen uns, es werden Flüge gestrichen, weil Piloten das Weite suchen", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung" vom Dienstag. Ryanair habe eine hohe personelle Fluktuation, weil die Airline niedrigere Gehälter zahle als die Wettbewerber.

"Viele Piloten versuchen, zu anderen Gesellschaften zu wechseln", sagte Wahl. Ryanair habe daher bereits angefangen, auch Piloten aus Südamerika anzuwerben.

AFP

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