+
2016 hatte Fraport einen Rückgang der Passagierzahlen erlitten und darauf mit einer stärkeren Ausrichtung auf Billigflieger reagiert. Foto: Boris Roessler

Frankfurt und München

Große Flughäfen wachsen mit Lufthansa und Billigfliegern

Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet drängen an die großen deutschen Flughäfen. Frankfurt und München bejubeln hohe Passagierzahlen, kommen damit aber auch an ihre Grenzen.

Frankfurt/Main (dpa) - Neue Billigflüge und starkes Wachstum beim Hauptkunden Lufthansa haben den beiden größten deutschen Flughäfen im vergangenen Jahr neue Passagierrekorde beschert.

In Frankfurt fiel das Wachstum mit 6,1 Prozent auf 64,5 Millionen Fluggäste so stark aus wie seit 2011 nicht mehr, wie die Betreibergesellschaft Fraport am Montag mitteilte. In München wurde das achte Jahr in Folge ein Rekord registriert: 44,6 Millionen Fluggäste bedeuteten eine Steigerung um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Flughafenverband ADV hatte für die deutschen Verkehrsflughäfen eine Steigerungsrate von rund 5 Prozent im Jahr 2017 prognostiziert.

Sowohl München als auch Frankfurt stoßen immer deutlicher an die Grenzen ihrer Kapazität. Während am Main vor allem Einrichtungen zur Passagierabfertigung fehlen, wird in München weiterhin über eine dritte Bahn gestritten. Der Frankfurter Flughafen besitzt ein Vier-Bahnen-System, das trotz eines Anstiegs der Flugbewegungen auf mehr als 475.000 Flugbewegungen noch längst nicht an der Grenze des technisch Machbaren angekommen ist.

Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte mahnte angesichts des ungebrochenen Zuspruchs, den Ausbau des größten deutschen Flughafens wie geplant durchzuziehen. Ein neuer Flugsteig für Billigflieger soll 2021 stehen und das dritte Frankfurter Passagier-Terminal im Jahr 2023 eröffnen.

Ein Jahr zuvor hatte der MDax-Konzern noch einen Rückgang der Passagierzahlen in Frankfurt verzeichnet und darauf mit einer stärkeren Ausrichtung auf Billigflieger wie Ryanair reagiert. Die Iren traten 2017 erstmals am Heimat-Drehkreuz der Lufthansa an, zudem nahmen weitere Billigflieger wie WOW oder Wizz die hessische Großstadt ins Programm. Für 2018 hatte Schulte bislang die Marke von 67 Millionen Passagieren und damit ein Wachstum von unter 5 Prozent angepeilt.

In München wuchs die Zahl der Flugbewegungen laut Betreiber FMG um gut 10.000 auf 405.000. Allerdings lag sie damit immer noch unter dem Höchstwert von 2008, als 432.000 Maschinen im Erdinger Moos gestartet und gelandet waren. In München sind unter anderem die Billig-Gesellschaften Eurowings und Easyjet aktiv.

Die Gegner eines Flughafenausbaus argumentieren, eine dritte Startbahn sei nicht notwendig. Die Befürworter warnen dagegen, dass München wegen des rasanten Wachstums im internationalen Flugverkehr den Anschluss nicht verlieren dürfe. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte sich nach jahrelangem Zögern 2017 für den Bau der dritten Startbahn ausgesprochen, will das aber nicht gegen den Willen der Stadt München durchdrücken, die neben Bund und Land Bayern dritter Gesellschafter des Flughafens ist.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW entlässt VW-Vorstand Heinz-Jakob Neußer
Nach dem Abgas-Skandal wurde der VW-Vorstand und ehemalige Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer beurlaubt. Nun soll ihm fristlos gekündigt werden.
VW entlässt VW-Vorstand Heinz-Jakob Neußer
Scholz würdigt Erfolg der Griechenland-Rettung
Es war eine Existenzkrise bis an den Rand der Staatspleite und des Rauswurfs aus der Eurozone: Acht Jahre hing Griechenland am Tropf internationaler Geldgeber. Und nun?
Scholz würdigt Erfolg der Griechenland-Rettung
Ernteausfälle wegen Dürre können auch Verbraucher treffen
Ein heißer und trockener Sommer liegt hinter den Landwirten in Norddeutschland. Die Ernte wird schlecht ausfallen. Das hat auch Folgen für die Verbraucher.
Ernteausfälle wegen Dürre können auch Verbraucher treffen
Neuwagenkäufer über 60: männlich, markentreu, mobil
Beim Autokauf sind Senioren konservativ. Sie informieren sich am liebsten beim Händler und dort beim selben Ansprechpartner. Dann geht es los - und zwar gerne im SUV …
Neuwagenkäufer über 60: männlich, markentreu, mobil

Kommentare