Flugverspätungen nach Warnstreik

Ryanair: Gewerkschaft droht mit weiteren Streiks

Der Warnstreik hat am Freitag Auswirkungen auf den Flugverkehr bei Ryanair gezeigt. Die Billigfluglinie entschuldigte sich bei den Kunden - und attackierte die Gewerkschaft.

Dublin/Frankfurt - Die irische Billigfluglinie Ryanair hat sich am Freitag bei ihren Passagieren wegen Unannehmlichkeiten während des Piloten-Warnstreiks in Deutschland entschuldigt. Es hätten aber keine Flüge storniert werden müssen, wie Ryanair am Vormittag in Dublin mitteilte. 9 der 36 Morgenflüge konnten der Airline zufolge nur verspätet starten. Ryanair bezeichnete den Warnstreik als eine „unnötige“ Aktion. Es hätten sich nur wenige Piloten daran beteiligt.

Zu dem Streik hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die rund 200 in Deutschland fest angestellten Ryanair-Piloten aufgerufen. Betroffen könnten an die 20 Abflüge sein, darunter sechs in Frankfurt und fünf am Hunsrück-Flughafen Hahn. In Berlin-Schönefeld sind regulär sieben Abflüge geplant.

Weitere Streiks möglich - aber erst nach Weihnachten

Die Pilotengewerkschaft schloss weitere Streiks nicht aus. Ob es nach Weihnachten zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen komme, hänge "ausschließlich vom Management der Ryanair" ab, erklärte VC am Freitag. Sollte die Airline weiter diktieren wollen, wer am Verhandlungstisch sitze, sei eine "weitere Eskalation der Streikmaßnahmen durchaus denkbar". Bis einschließlich 26. Dezember werde es aber keine Streiks geben.

Sollte Ryanair nun "auf Augenhöhe Verhandlungen ohne Vorbedingungen führen" wollen, stehe die VC jederzeit für Gespräche bereit, betonte die Gewerkschaft. Der irische Billigflieger sieht sich seit längerem Vorwürfen ausgesetzt, seine Mitarbeiter deutlich schlechter zu bezahlen als andere Billig-Airlines. Erst kürzlich hatte sich Ryanair nach langem Druck bereit erklärt, Gewerkschaften anzuerkennen.

Gewerkschaft mit erstem Warnstreik zufrieden

Der Warnstreik am Freitag war der erste Arbeitsausstand in der Geschichte des 1985 gegründeten Billigfliegers, der die höchsten Passagierzahlen in ganz Europa aufweist. An den Weihnachtsfeiertagen solle aber nicht gestreikt werden, versicherte Gewerkschaftschef Ilja Schulz.

Die Pilotengewerkschaft hat sich zufrieden mit dem Warnstreik beim Billigflieger Ryanair kurz vor Weihnachten gezeigt. „Die Streikbeteiligung ist absolut zufriedenstellend“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Freitagmorgen am Frankfurter Flughafen. Der Druck bei der irischen Airline sei groß.

AFP/dpa/fn

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