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Saab in der Werkstatt: Der Ersatzteil-Nachschub ist gesichert. So dürften Saab-Fahrer mit Wartung und Reparaturen keine Probleme erwarten. Langfristig dürfte es aber weniger spezialisierte Service-Betriebe geben.

Was Saab-Fahrer jetzt wissen sollten

München - Saab ist pleite. Nach einer jahrelangen Hängepartie scheint das Schicksal des schwedischen Kult-Autobauers besiegelt zu sein. Doch was müssen Saab-Halter nun beachten?

Im April dieses Jahres wurde in Trollhättan (Schweden) das letzte Auto gebaut. Die jetzt amtlich gewordene Pleite von Saab kam also nicht überraschend. Händler als auch Kunden konnten sich vorbereiten. Die Versorgung der Fahrzeuge ist weiter gesichert, signalisieren die Autohäuser.

Saab - Statement für Individualisten

Saab - Statement für Individualisten

Für Fahrer neuerer Modelle stellt sich jetzt vor allem das Garantie-Problem. Denn mit dem Insolvenzverfahren kann das Unternehmen selbst bei Forderungen kaum mehr in Anspruch genommen werden. Das geht vor allem zu Lasten der Händler. Denn diese müssen einspringen. Damit bleibt als Ansprechpartner für Gewährleistungsfälle der Betrieb, der einem das Auto verkauft hat. Und wenn es diesen auch nicht mehr gibt? Dann sollte man sich den Kaufvertrag ansehen. Enthält der eine Klausel, dass jeder Saab-Vertragshändler die Garantie erfüllt, ist man fein raus. In anderen Fällen muss man im Zweifel selber zahlen.

Versorgung gesichert

Monatelange Wartezeiten auf möglicherweise knapp werdende Ersatzteile sind nun nicht zu erwarten. „Die Abteilung, die Ersatzteile liefert, ist von der Insolvenz nicht betroffen“, sagt Klaus Bauer, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses am Münchner Goetheplatz. Doch auch ohne diese Struktur im Rücken ist ein Versiegen der Lieferungen nicht zu erwarten. „Es gibt eine gut aufgestellte Händlerschaft“, sagt Carsten Graf, Saab-Experte beim ADAC. „Die Versorgung ist gesichert.“ Ohnehin kommen die meisten Autoteile von Zulieferern und können bei diesen weiter bezogen werden. Und außerdem hat Saab einen Vorteil. Durch die frühere Zugehörigkeit zu General Motors gibt es viele Gleichteile mit Opel-Modellen. Auch davon können Saab-Fahrer langfristig profitieren.

Dünneres Servicenetz

Die Lieferkette bleibt. Doch Erfahrungen mit anderen inzwischen aufgegebenen Automarken lassen erwarten, dass langfristig das Netz an geeigneten Servicebetrieben dünner wird. Für viele Autohäuser ist eine Marke, von der keine Neuwagen mehr verkauft werden können, nicht so attraktiv. Rover-Inhaber müssen aus diesem Grund inzwischen mit langen Anfahrtswegen rechnen, wenn sie eine auf ihr Auto spezialisierte Werkstatt suchen. Allerdings ist die Marke Saab weiter verbreitet, als es Rover je war – und so bleibt sie auch für Servicebetriebe interessant. Solange Ersatzteile problemlos zu bekommen sind, werden auch freie Werkstätten bei Wartung, Instandhaltung und Reparaturen weiterhelfen können.

Ein Rest Hoffnung

Allerdings hoffen viele Händler, dass sich doch noch ein Retter findet, der das schwedische Unternehmen aus der Insolvenz heraus komplett übernimmt. Das hängt auch daran, ob sich General Motors mit Lizenzen über geschützte Technik weniger zugeknöpft gibt als gegenüber dem chinesischen Saab-Partner Youngman. Der Münchner Händler Klaus Bauer würde weitermachen. Selbst in der Krise haben sich die Autos, wie Bauer sagt, nicht schlecht verkauft. 2011 hat Bauer bis April, als der Nachschub aus Schweden ausblieb, 40 neue Saab ausgeliefert.

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