Saban erwägt weitere Investitionen

- München - Der US-Medienunternehmer Haim Saban hat nach der Übernahme von Deutschlands größtem TV-Konzern ProSiebenSat.1 weitere Investitionen in Aussicht gestellt. Seine Investorengruppe verfüge über 40 Milliarden Dollar, ein Teil davon sei noch nicht investiert, sagte Saban am Mittwoch zur Eröffnung der 17. Medientage in München. Wenn sich die Geschäfte der Senderfamilie gut entwickelten, hoffe er, weitere Investitionen in Deutschland tätigen zu können.

<P>Bis Freitag diskutiert die Branche in München über neueste Entwicklungen in der Medienlandschaft und Wege aus der Krise. Zum europaweit wichtigsten Kongress dieser Art und einer begleitenden Fachmesse werden mehr als 5000 Besucher erwartet.</P><P>Für die Entwicklung seines Unternehmens zeigte sich Saban optimistisch. "Wir glauben an Urs Rohner, wir glauben an unsere Zukunft." In den kommenden Jahren werde sich die Marktposition von ProSiebenSat.1 verstärken. "Ich glaube, dass unsere Wettbewerber unsere Präsenz sehen und fühlen werden." Auch ProSiebenSat.1-Vorstandschef Urs Rohner, dessen Vertrag kürzlich vorzeitig bis Ende 2006 verlängert worden war, sieht mit dem neuen Eigentümer gute Chancen für die Senderfamilie. "Ich bin zufrieden und glücklich über diese Lösung, wir haben schon unsere Hausaufgaben gemacht und bereits 20 Prozent der Kosten eingespart."</P><P>Die Rede Sabans bei der Eröffnungsveranstaltung war sein erster öffentlicher Auftritt seit der Übernahme der Senderkette. Deutliche Kritik übte er an der Finanzierung des Fernsehens in Deutschland, die zu einem Ungleichgewicht zwischen öffentlich-rechtlichen und Privatsendern geführt habe. Es sei unverständlich, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten über die Gebühreneinnahmen von 6,2 Milliarden Euro hinaus noch Werbeeinkünfte in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro erzielen dürften. Die Privaten müssten sich dagegen mit 4 Milliarden Euro Werbeeinnahmen zufrieden geben. Während in öffentlich-rechtlichen Sendern Product-Placement an der Tagesordnung sei, müssten Private in diesem Fall mit Sanktionen rechnen.</P><P>Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) kündigte in der Diskussion um die Rundfunkgebühren Widerstand gegen eine Erhöhung im Jahr 2005 an. "ARD und ZDF können nicht kostentreibende Entscheidungen treffen und dann den Gebührenzahler zur Kasse bitten." Gerade vor dem Hintergrund der rot-grünen Rentenpläne sei eine Erhöhung unverantwortlich. Er wolle sich zudem für Fortschritte in der Digitalisierung einsetzen, sagte Stoiber.</P>

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