Saban jetzt Besitzer von ProSiebenSat.1

- München- Der US-Milliardär Haim Saban will ProSiebenSat.1 nach dem endgültig abgeschlossenen Kauf des größten deutschen TVKonzerns mit einer Kapitalspritze aufpäppeln. "Natürlich wird es kein Spaziergang, die Ertragskraft von ProSiebenSat.1 wieder zu steigern", sagte Saban-Vize Adam Chesnoff. Nach Einschätzung in Branchenkreisen soll die Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 280 Millionen Euro bis zum Frühjahr 2004 erfolgen.

Für die Besitzer der ProSiebenSat.1-Vorzugsaktien wird es wie erwartet ein Pflichtangebot Sabans geben. Dieses wird aber unter dem aktuellen Börsenkurs liegen. Der ProSiebenSat.1-Aktienkurs stieg am Dienstag dennoch zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent auf 7,50 Euro. Eine Umwandlung der Vorzugs- in stimmberechtigte Stammaktien, von Aktionärsschützern schon lange geplant, wird es nicht geben.<BR><BR>Mit dem Verkauf an Saban ging ein monatelanger Vertragspoker mit vielen überraschenden Wendungen zu Ende. Der erste Übernahmeversuch Sabans war im Juni gescheitert, zuvor war bereits der Verkauf an den Bauer-Verlag geplatzt. Nach der Überweisung des Kaufpreises kam das Geschäft am Montagabend nun zum endgültigen Abschluss (Closing). "Wir freuen uns, dass wir unser Abkommen mit KirchMedia vollzogen haben und dass wir jetzt in einen der interessantesten Medienmärkte der Welt kommen", sagte Saban laut Mitteilung.<BR><BR>Der US-Unternehmer betonte, dass er auf Kontinuität setzen will. "Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dem Managementteam unter Leitung von Urs Rohner an der Zukunft der Sender zu arbeiten." Chesnoff sagte, dass sich die Saban-Gruppe langfristig engagieren will. Wenn es keine Kartelleinwände gibt, sollen dem Vernehmen nach auch die Finanziers Sabans als Gesellschafter mit ins Boot geholt werden.<BR><BR>KirchMedia-Insolvenzverwalter Michael Jaff und KirchMedia-Berater Hans-Joachim Ziems zeigten sich zufrieden mit dem Abschluss. "Das einstimmige Votum des Gläubigerausschusses unterstreicht, dass das Angebot von Haim Saban stimmig und attraktiv war", sagte Jaff. ProSiebenSat.1-Chef Rohner betonte: "Wir sind glücklich, dass wir jetzt wieder über klare und stabile Gesellschafterverhältnisse verfügen." Nun beginne ein neues und spannendes Kapitel in der Geschichte des Unternehmens.<BR><BR>Saban hat zunächst 72 Prozent der Stammaktien dem Vernehmen nach für einen Preis von 525 Millionen Euro übernommen. An den Vorzugsaktien, die an der Börse notiert, aber nicht stimmberechtigt sind, haben er und seine Partner nur ein untergeordnetes Interesse. Daher wird nur der gewichtete Durchschnittspreis der vergangenen drei Monate geboten. Dies könnte auf einen Angebot von etwa sechs Euro pro Aktie hinauslaufen. <BR>

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