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Neue Chefin bei Microsoft Deutschland: Sabine Bendiek will den Standort zum Vorreiter machen. 

Neue Chefin

Wie Sabine Bendiek Microsoft Deutschland umkrempeln will

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München – Sie ist erst zwei Monate im Amt, aber bereits jetzt hat die neue Chefin von Microsoft Deutschland eine konkrete Vorstellung von der Zukunft ihres Unternehmens: Sabine Bendiek.

Sabine Bendiek will, dass Innovationen im Konzern künftig nicht nur aus den USA kommen, sondern vermehrt aus Deutschland. Gelingt ihr das, dann wäre die neue Deutschland-Zentrale in der Münchner Parkstadt Schwabing, die im Sommer bezogen werden soll, weitaus mehr als eine reine Vertriebs-Niederlassung des US-Konzerns.

Am Mittwoch sprach Sabine Bendiek erstmals öffentlich über ihre zentralen Vorhaben. Das Wort „Windows“ kam dabei kaum noch vor. Stattdessen schwärmte sie von „Clouds“, dem „Internet der Dinge“ und dem „digitalen Transformationsprozess“, in dem sich die Welt befinde. Ihr wichtigstes Anliegen: „Ich möchte in Deutschland den Cloud-Markt nicht nur mitnehmen, sondern gestalten.“ Beim „Cloud-Computing“ (deutsch: Rechnerwolke) liegen Programme nicht mehr auf lokalen Rechnern, sondern verstreut über die ganze Welt in einer Datenwolke. Das Internet sichert in der Regel den Datenzugriff. Ein wachsender Markt für den US-Konzern, der noch in den 90-er Jahren vor allem vom Erfolg seines Betriebssystems Windows lebte. Heute mache Microsoft bereits ein Drittel seines weltweiten Umsatzes mit Cloud-Produkten, sagt Bendiek. Und sie glaubt an den Erfolg des „Cloud-Gedanken“ in Deutschland.

Bereits ihr Vorgänger Alexander Stüger hatte gezeigt, wie eine deutsche Cloud-Lösung aussehen kann: Im November ging Microsoft eine Partnerschaft mit der Deutschen Telekom ein. Ziel war die Schaffung einer Cloud „Made in Germany“. Die US-Zentrale in Redmond hatte einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in Deutschland investiert. Microsoft verspricht, die Daten ausschließlich in Rechenzentren in Frankfurt und bei Magdeburg zu speichern. Die Telekom solle das System überwachen. „Microsoft hat selbst keinen Zugriff auf die Daten“, versicherte Bendiek. Zwar sei der Dienst teurer als die Angebote aus Rechenzentren in Dublin oder Amsterdam, nachgefragt werde das deutsche Premium-Produkt aber von Firmen auf der ganzen Welt.

Bendieks zweites Anliegen: Sie will den Markt mitgestalten, den die Industrie mit dem Internet der Dinge geschaffen hat. Ihre eigene Wohnung habe sie zwar nicht vernetzt, räumt die neue Chefin ein, die Heizkörper steuere sie nicht mit dem Smartphone. Lediglich bei einigen Küchengeräten empfinde sie eine Internet-Verbindung als vorteilhaft. Ihr Dampfgarer arbeite mit heruntergeladenen Rezepten aus dem Netz. An einen Erfolg glaubt sie trotzdem: Am Dienstag hatte Microsoft gemeinsam mit Konzernen wie General Electrics oder Samsung eine Allianz geschmiedet, um einen einheitlichen Standard für die Vernetzung zu schaffen. Das Wirrwarr der Systeme soll ein Ende haben. Das größte Potenzial sieht Bendiek in der Industrie. „Beim Internet der Dinge haben selbst die Amerikaner einen großen Respekt, was wir hier in Deutschland tun“, sagt sie.

Mit Bendiek hat sich der US-Konzern eine ausgesprochene Realistin an Bord geholt: Ja, sie twittere, sagt sie, einen Facebook-Zugang habe sie aber nicht. Dabei ist die Betriebswirtin seit rund 20 Jahren in der IT-Branche beheimatet. Nach ihrem Job bei McKinsey wechselte Bendiek die Branche, ging zu Siemens Nixdorf, von dort zum Computerhersteller Dell, beim Speicherhersteller EMC Deutschland übernahm sie die Geschäftsführung – jetzt gibt sie bei Microsoft in Unterschleißheim den Ton an. Ihre Marschrichtung ist klar: „Microsoft Deutschland soll Treiber der digitalen Transformation werden.“ Dass die wichtigen Entscheidungen bei Microsoft jenseits des Atlantiks getroffen werden, ist ihr bewusst. Sie weiß aber auch: Je erfolgreicher sie mit ihren deutschen Produkten sein wird, desto mehr Freiheit werden ihr die Amerikaner einräumen. 

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