Sachsen-LB: Streit mit Unternehmer aus Bayern kostet Chefs ihre Posten

- Leipzig/Tutzing - Bei der Landesbank Sachsen müssen zwei Vorstände gehen - wegen einer Affäre, bei der ein oberbayerischer Unternehmer eine zentrale Rolle spielt.

<P class=MsoNormal>Ludwig Hausbacher aus Tutzing am Starnberger See hatte sich mit der Sachsen-LB zu Leasinggeschäften zusammengetan, doch aus den Partnern wurden bald Gegner. Die Rücktritte der beiden Vorstände markieren nun den vorläufigen Höhepunkt des Streits.</P><P class=MsoNormal>Sachsens CDU-Ministerpräsident Georg Milbradt, der den Rücktritt des Landesbank-Chefs Michael Weiss und des Vorstandsmitglieds Rainer Fuchs im Landtag bekannt gegeben hat, gerät wegen der Affäre selbst unter Druck. Denn die Sachsen-LB, gegen deren Geschäftsgebaren Hausbacher heftige Vorwürfe erhebt, wird oft als "Milbradts Baby" bezeichnet. Ihre Vorstände stehen aber auch aus anderen Gründen in der Kritik. Die Leasinggeschäfte mit Hausbacher sind insofern nur ein Teil der Krise.</P><P class=MsoNormal>Im Jahr 2000 hatten die Sachsen-LB und Hausbacher gemeinsam hochfliegende Pläne. Damals gründeten sie gemeinsam die Mitteldeutsche Leasing AG (MDL). Hausbacher brachte Kunden seiner Industrie- und Immobilien-Leasing GmbH (IIL) in Tutzing ein. In sächsischen Zeitungen wird berichtet, er habe darüber hinaus bei weiteren Geschäften geholfen - bis hin zu Kontakten zur BMW-Großaktionärsfamilie Quandt bei der Bewerbung Leipzigs um das neue Werk des Autokonzerns.</P><P class=MsoNormal>Doch schon bald war es mit der Freundschaft vorbei. Die Tutzinger warfen der Sachsen-LB vor, entgegen früheren Absprachen Geld aus der MDL gezogen zu haben. Ende 2002 kam es zum Eklat. Hausbacher verlor sein Amt als MDL-Vorstandssprecher, eingesetzt wurde für ihn Andrea Braun von der Sachsen-LB. Pikant dabei: Braun ist die Lebensgefährtin des nun zurückgetretenen Landesbank-Vorstandschefs Weiss. </P><P class=MsoNormal>Ihr lasten die Tutzinger eine Hauptverantwortung für Geschäftsverschlechterungen bei der MDL an. Langwierige Auseinandersetzungen über den Unternehmenswert der MDL gipfelten kürzlich in einer Schadenersatzklage über 140,5 Millionen Euro, die Hausbachers Frankfurter Anwalt Klaus Fischer, wie er bestätigte, ans Landgericht Leipzig geschickt hat. Die Landesbank hatte die schon länger angekündigte Schadenersatzklage zuvor als "haltlos" bezeichnet. Aber aufgrund einer Strafanzeige der IIL ließ die Staatsanwaltschaft zudem Räume der Sachsen-LB und der MDL untersuchen. Das Original eines wichtigen Dokuments war verschwunden. Der Vorwurf steht im Raum, dass die Anzeige der Sachsen-LB über ihren mehrheitlichen Anteilsbesitz bei der MDL für eine wichtige Hauptversammlung rückdatiert worden sein soll. Bei der Durchsuchungsaktion ist angeblich ein aufschlussreicher handschriftlicher Vermerk gefunden worden.</P><P class=MsoNormal>Dass die Angelegenheit mit den Rücktritten längst nicht ausgestanden ist, zeigt sich jeden Tag. So hat die FDP-Fraktion im sächsischen Landtag nun gefordert, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht müsse bei der Sachsen-LB einen Notvorstand einsetzen. Für Dienstag hat Finanzminister Horst Metz eine außerordentliche Sitzung der Anteilseigner einberufen.</P>

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