Sachsens Finanzminister wegen Landesbank-Desaster weiter in Kritik

Dresden - Sachsens Finanzminister Horst Metz (CDU) steht wegen seiner Rolle als Chef des Verwaltungsrates der angeschlagenen Sachsen LB weiter heftig in der Kritik. "Es ist eine billige Legende, wenn der Minister sich jetzt als von den Vorständen nicht ausreichend unterrichtet bezeichnet", kritisierte der SPD-Landtagsabgeordnete Karl Nolle.

Nolle bezog sich unter anderem auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). Metz und der Vorstand der Landesbank sollen demnach Verwaltungsratsmitgliedern absichtlich brisante Informationen etwa über Gutachten der Finanzaufsicht BaFin vorenthalten haben. Das Ministerium war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

"Wenn diese Berichte zutreffen, dann wird Herr Metz noch ganz andere Probleme bekommen", sagte Nolle. "Hier wird wohl die Staatsanwaltschaft von Amts wegen gegen den Minister ermitteln müssen." Die Staatsanwaltschaft Leipzig prüft derzeit, ob sie wegen der Vorgänge bei der Sachsen LB tätig werden muss.

Die Bank war im Strudel der US-Hypothekenkrise unter anderem durch eine Dubliner Tochter in eine dramatische Schieflage geraten und am vergangenen Wochenende an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verkauft worden. Die LBBW überwies kurzfristig 250 Millionen Euro zur Sicherung des Eigenkapitals der Sachsen LB. Der endgültige Kaufpreis, für den eine Untergrenze von 300 Millionen Euro vereinbart worden war, soll zum Ende des Jahres festgelegt werden.

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