+

Sachverständigenrat EEAG kritisiert Euro-Rettungspläne

Brüssel - Der europäische Sachverständigenrat EEAG, eine Gruppe internationaler Ökonomen um ifo-Chef Hans-Werner Sinn, kritisiert die EU-Pläne zur Rettung des Euro.

Der Rat wolle an diesem Dienstag in Brüssel einen entsprechenden Bericht vorstellen, bestätigte eine Sprecherin des ifo-Instituts am Samstag in München einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel“. Details wollte sie zunächst nicht nennen.

Die Überlegungen der Ökonomen sehen unter anderem vor, Hilfszahlungen zu deckeln, schreibt das Hamburger Magazin unter Berufung auf das noch unveröffentlichte Gutachten. Der geplante dauerhafte Rettungsmechanismus solle an klamme Staaten nur Liquiditätshilfen und Garantien von höchstens 30 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts vergeben dürfen. Nur so sei zu verhindern, dass die Geberländer selbst in Finanznot geraten.

Die Forscher plädieren dem Bericht zufolge auch dafür, dass ein gefährdetes Land per Mehrheitsbeschluss der Mitgliedstaaten aufgefordert werden kann, die Währungsunion zu verlassen. Auch ein “freiwilliger Austritt muss jederzeit möglich sein“, regen sie an.

Den Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank lehnt der Expertenrat kategorisch ab. Diese Maßnahme solle den Notenbankern nur erlaubt sein, um eine Deflation, also dauerhaft sinkende Preise, abzuwehren.

Im Falle einer Staatspleite reiche es nicht, Gläubiger nur im Einzelfall oder gar nur mit deren Zustimmung an den Sanierungskosten zu beteiligen, wie von der EU bislang vorgesehen. Notwendig sei vielmehr ein “automatischer Forderungsverzicht auf den Nominalwert einer Staatsanleihe.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
Fairfax (dpa) - Volkswagen hat auf den letzten Drücker den ersten US-Gerichtsprozess im "Dieselgate"-Skandal verhindert. Der Rechtsstreit mit einem Jetta-Besitzer, der …
VW wendet Abgas-Prozess in den USA ab
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
In den kommenden Wochen werden in vielen deutschen Betrieben neue Betriebsräte gewählt. Nach Ansicht der Gewerkschaften sind sie gerade wegen der Digitalisierung …
DGB-Chef fordert mehr Schutz und Respekt für Betriebsräte
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
Erst US-Strafzölle, dann Proteste aus China und anderen Ländern: Die Stimmung könne sich hochschaukeln, warnt WTO-Chef Azevêdo. Mehr statt weniger Globalisierung ist …
WTO-Chef: Handelskriege können "jederzeit passieren"
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf
München/Flensburg (dpa) - BMW hat 11.700 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, …
BMW spielte falsche Abgas-Software auf 5er und 7er auf

Kommentare