Saftige Gas- und Strompreiserhöhungen zum 1. Juli

Auf die deutschen Strom- und Gaskunden kommen ab dem 1. Juli zum Teil wieder saftige Preissteigerungen zu. Wie das Verbraucherportal toptarif.de ermittelte, werden 28 Strom- und 104 Gasanbieter ihre Preise zu diesem Stichtag deutlich erhöhen.

Vor allem Gaskunden würden zur Kasse gebeten, teilte toptarif.de am Freitag mit. Im Durchschnitt liegen die Aufschläge für Gas und Strom bei 8,4 beziehungsweise 5,2 Prozent. Dies sei für eine vierköpfige Familie mit Reihenhaus eine jährliche Mehrbelastung von 130 Euro.

Vor allem beim Gas stellten die aktuellen Erhöhungen erst den Anfang einer drastischen Teuerungswelle dar, erklärte der Tarifexperte von toptarif, Thorsten Bohg. Auch für August lägen bereits erste Tarifneuerungen vor, die sich im Schnitt bei Aufschlägen von über 12 Prozent bewegten. Das Verbraucherportal verivox.de ermittelte für Juli mit 4,9 Prozent und 8,2 Prozent ähnlich hohe Preisaufschläge für Strom und Gas.

Spitzenreiter sei dabei die Kölner RheinEnergie, die die Gaspreise um 16,9 Prozent anheben werde. toptarif ermittelte bei Gasanbietern sogar Zuschläge von bis zu 31 Prozent. Den starken Anstieg der Gaspreise zum 1. Juli begründete Dagmar Ginzel von verivox vor allem mit der Entwicklung der Ölpreise, an die die Gaspreise gekoppelt sind.

Wer sich vor Beginn der Heizperiode vor finanziellen Mehrbelastungen schützen wolle, sollte prüfen, ob es am jeweiligen Wohnort auch günstigere Anbieter gebe. Durch einen Wechsel ließen sich jährlich weiterhin bis zu 630 Euro sparen, erläuterte Bohg.

Seit Beginn der Liberalisierung des Strom- und Gasmarkts in Deutschland 1998 hat jeder fünfte Gaskunde mindestens einmal den Tarif oder den Anbieter gewechselt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Anteil verdoppelte sich seit Ende vergangenen Jahres fast von 11 auf 21 Prozent. Bei den Stromkunden stieg er von 51 auf 62 Prozent. Das Institut promit befragte im Auftrag des BDEW zwischen Ende Mai und Mitte Juni 1200 Haushalte.

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