Saftiges EU-Bußgeld für Kartellsünder Bayer

- Brüssel - Der Chemieriese Bayer muss wegen illegaler Preisabsprachen bei Kautschukchemikalien ein saftiges EU-Bußgeld von 58,88 Millionen Euro bezahlen. Der Leverkusener Konzern betrieb das Kartell mit den Konkurrenten Flexsys und Crompton von 1996 bis 2001, 1999 und 2000 beteiligte sich auch die spanische General Quimica, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Sie sprach von einem besonders schwer wiegendem Fall.

Der Bayer-Konzern äußerte sich nicht in der Sache. Das Unternehmen wolle die Details der Entscheidung prüfen und dann gegebenenfalls über juristische Schritte entscheiden, sagte ein Sprecher.

Die Kautschukchemikalien werden insbesondere bei der Herstellung von Autoreifen eingesetzt. In Europa hatte der Markt für diese Chemikalien 2001 einen Umfang von rund 200 Millionen Euro. Vor drei Jahren hatten EU-Ermittler Geschäftsräume beteiligter Unternehmen durchsucht. Insgesamt müssen die Unternehmen ein Strafgeld von 75,86 Millionen Euro berappen.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: "Mit der jüngsten Entscheidung gebe ich ein sehr starkes Signal an die Unternehmensvorstände, dass Kartelle nicht toleriert werden, und an die Anteilseigner, dass sie sorgfältig darauf achten sollen, wie ihre Unternehmen geführt werden."

Die EU-Wettbewerbshüter hatten Anzeichen, dass es Absprachen in der Kautschukchemikalienindustrie schon von den 70er Jahren an gab. Stichhaltige Beweise gab es aber nur für die Phase 1996 bis 2001. Die Flexsys NV, die ihre Beteiligung an dem Kartell der Kommission beichtete, braucht im Rahmen der so genannten Kronzeugenregelung kein Bußgeld zu zahlen. dpa cb ls xx uw

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