Jil Sander streicht Arbeitsplätze

- Hamburg - Das Modeunternehmen Jil Sander, eine Tochterfirma des italienischen Prada-Konzerns, streicht in Deutschland nochmals 130 von 230 Arbeitsplätzen. Diese Maßnahme sei notwendig, um wie geplant im kommenden Jahr operativ die Gewinnzone zu erreichen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Jil Sander AG, Gian Giacomo Ferraris, am Freitag der dpa in Hamburg.

"Wir wollen aber das Kerngeschäft in Hamburg belassen, das heißt Design- und Produktentwicklung und das Markenmanagement." Die Marke Jil Sander habe in der globalen Modewelt insgesamt gute Zukunftschancen.

Damit bleiben in Deutschland noch 100 Arbeitsplätze bei dem früheren Vorzeige-Konzern Jil Sander erhalten. Ferraris hatte bereits im Frühjahr angekündigt, die Produktion im schleswig-holsteinischen Ellerau mit 160 Beschäftigten zu schließen und diese Maßnahme mittlerweile umgesetzt. Nun soll die Jil Sander AG von einer operativen Gesellschaft in eine Holding umgewandelt werden. Damit werden kaufmännische und Verwaltungsaufgaben in die italienische Tochtergesellschaft Jil Sander Italia SpA verlagert.

Jil Sander hatte im ersten Halbjahr 2005 (Februar bis Juli) knapp 70 Millionen Euro umgesetzt und dabei nach Steuern einen Verlust von fast zehn Millionen verbucht. "Die eingeleitete Strukturierung zeigt Erfolge und das Unternehmen ist im Plan", sagte Ferraris. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) betrug im ersten Halbjahr 4,8 Millionen Euro und halbierte sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im nächsten Jahr erwartet Ferraris hier ein Plus.

Dem Unternehmen Jil Sander geht es nicht gut, seitdem die Unternehmensgründerin Jil Sander 1999 die Aktienmehrheit an Prada verkaufte. Wenige Monate später legte sie erst den Vorstandsvorsitz und dann auch die Verantwortung für das Modedesign nieder. Die Kundinnen wandten sich von der exklusiven Luxusmarke ab. Nach drei Jahren kehrte Jil Sander als Designerin in ihr Unternehmen zurück, doch blieb es bei einem kurzen Intermezzo, bis sie die Firma vor knapp einem Jahr zum zweiten Mal verließ. Zwischen dem Prada-Chef Patrizio Bertelli und der norddeutschen Mode-Designerin ließ sich keine gedeihliche Zusammenarbeit herstellen.

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