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Sanierungs-Pflicht: Mieten könnten dramatisch steigen

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Von: Matthias Schneider

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Nach dem Willen der EU soll es für Häuser mit einem hohen Energieverbrauch eine Sanierungspflicht geben. Experten warnen vor gravierenden Folgen für Mieter.

Brüssel - Ein Vorschlag der Europäischen Union (EU) lässt gerade eine ungewöhnliche Allianz enstehen: Immobilienbesitzer und Mietervertreter rebellieren gegen eine geplante Sanierungspflicht für Gebäude.

Sanierungs-Pflicht bis 2027 möglich

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen Häuser mit einem sehr hohen Energieverbrauch saniert werden müssen. Davon wären rund 15 Prozent der Bauten in der EU betroffen, in Deutschland drei Millionen Häuser, wie der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GDW) berechnete. Laut EU-Kommission sollen öffentliche und nicht bewohnte Bauten bis 2027 saniert sein, alle anderen bis 2030. Ab da soll auch jeder Neubau klimaneutral sein. Die neue Bundesregierung hat eigene Pläne für den Gebäudesektor.

Gebäudesektor verursacht knapp ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland

Bisher hinkt der Gebäudebereich in Sachen Klimaschutz weit hinterher. Schlecht gedämmte Häuser verbrauchen beim Heizen viel (fossile) Energieträger, besser gedämmte Neubauten haben durch die Verwendung von Stahl, Beton und Zement einen großen CO2-Fußabdruck. (Lesen Sie hier weshalb Zement dem Klima schadet.) Insgesamt haben Gebäude etwa ein Drittel der deutschen CO2-Emissionen zu verschulden. Der Sektor hat 2020 als einziger seine Klimaschutzziele nicht eingehalten.

Sanierungen bedeuten Mieterhöhungen

Der Deutsche Mieterbund ist warnt vor Mieterhöhungen durch die Sanierungen: „ „Den Vermietern entstehen durch die Sanierung erhebliche Kosten, die sie auf die Mieter umlegen werden“, sagte Verbandspräsident Lukas Siebenkotten der Bild. Hausbesitzer können die Ausgaben unter Umständen steuerlich geltend machen. Geld für die Sanierungen soll nach dem Willen der EU-Kommission unter anderem aus dem Klima-Sozialfonds kommen.

EU-Sanierungs-Pläne „unklug und verstörend“

Für GDW-Präsident Axel Gedaschko gehen die Pläne der EU an der Realität vorbei. Dennn das Handwerk sei heute schon ausgelastet und die Rohstoffe teuer: „Die Folge wird sein, dass die Baupreise explodieren. Denn die Bauherren müssen sich gegenseitig überbieten“, sagte er der Bild. Gedaschko nennt die mögliche Sanierungspflicht deshalb „unklug und verstörend“.

Lesen Sie hier mehr zu den Plänen der EU-Kommission.

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