+
Bei SAP brummt vor allem das Geschäft mit angemieteter Software aus dem Internet (Cloud). Foto: Uwe Anspach

SAP verbucht 2014 Umsatzplus

Walldorf (dpa) - Ein neues Geschäftsfeld brummt, und die Mitarbeiter geben dem Management wieder bessere Noten: SAP hat dank eines starken Umsatzes mit Mietsoftware seine Jahresziele für 2014 erreicht.

Wie der Softwarekonzern am Montag mitteilte, stieg zudem der Anteil der zufriedenen Beschäftigten um zwei Prozentpunkte auf 79 Prozent - und liegt damit wieder auf dem Wert des Jahres 2012. Das geht aus der aktuellen Mitarbeiterbefragung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

SAP befindet sich - wie die gesamte Softwarebranche - in einem Umbruch. Während der Verkauf mit Softwarelizenzen schwächelt, wächst das Geschäft mit Programmen, die nur zur Miete angeboten werden. Noch ist der neue Zweig klein, aber der Zuwachs gleicht das schrumpfende Altgeschäft bereits aus.

So konnte SAP seinen Gesamtumsatz im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen um vier Prozent auf 17,6 Milliarden Euro steigern. Der operative Gewinn ging vor allem wegen der Kosten aus der Concur-Übernahme um drei Prozent auf 4,33 Milliarden Euro zurück. Seine Zielvorgaben, für die Währungsschwankungen und Einmaleffekte herausgerechnet werden, konnte SAP damit erfüllen.

Gleichzeitig stellten die Mitarbeiter ihren Chefs trotz Stellenumbaus und drohender Kündigungen ein deutlich besseres Zeugnis aus als für 2013. Die Zufriedenheit der Belegschaft ist für den Softwarekonzern besonders wichtig. Denn dessen Erfolg hängt nicht nur von motivierten Programmierern, sondern auch von guten Verkäufern und Beratern ab.

2010 musste der damalige SAP-Chef Léo Apotheker unter anderem seinen Hut nehmen, weil die Zufriedenheit mit der Arbeit der Führungsetage gesunken war. Der Dax-Konzern hat die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter in den Firmenzielen festgeschrieben und will den Wert bis 2015 um drei Prozentpunkte auf 82 Prozent weiter steigern.

"82 Prozent beim Index für das Mitarbeiter-Engagement ist ein ambitioniertes Ziel, das ist keine Frage", sagte SAP-Personalchef Stefan Ries der dpa. "Die Ergebnisse aus dem Jahr 2014 bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Betriebsratschef Ralf Herzog zeigte sich "positiv überrascht". Er hätte nicht mit einem Anstieg gerechnet, sagte er. SAP hatte im vergangenen Jahr einen großen Personalumbau angestoßen und für etwa drei Prozent der gut 67 000 Mitarbeiter neue Stellen gesucht.

Hintergrund ist der verstärkte Fokus auf Mietsoftware. Dadurch werden Bereiche zusammengelegt und Stellen überflüssig. In Deutschland sind knapp 300 Beschäftigte betroffen. Selbst betriebsbedingte Kündigungen waren zum ersten Mal in der Geschichte von SAP Thema. Von der Option sei aber bislang noch kein Gebrauch gemacht worden, hieß es.

Dass die Werte insgesamt nicht in den Keller gingen, liegt nach Einschätzung von Ries an der intensiveren Kommunikation. Besonders gut ist der Wert für das Vertrauen in die Führungskräfte ausgefallen, der angibt, ob Mitarbeiter ihre Vorgesetzten empfehlen würden.

Das Vertrauen in den Vorstand hat sich aber nur weltweit wieder etwas erholt, nachdem es im Vorjahr um zehn Prozentpunkte gesunken war. In Deutschland verbesserte sich der Wert laut Betriebsrat kaum. Hier fürchteten auch mehr Mitarbeiter um ihren Job als im Jahr zuvor.

Ruhe dürfte auch in diesem Jahr bei SAP nicht einkehren. Unter dem Titel "One Service" soll nun das Service- und Wartungsgeschäft auf das veränderte Geschäftsmodell angepasst werden. Wie genau der Umbau aussehen soll, ist bislang nicht bekannt. Der Betriebsrat hat in dem Zusammenhang schon einmal vorsorglich den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Mitte 2015 ausgehandelt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax schwächelt nach Trumps Absage an Nordkorea
Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag nach einer weiteren "Hiobsbotschaft" von US-Präsident Donald Trump in die Knie gegangen.
Dax schwächelt nach Trumps Absage an Nordkorea
WLAN-Repeater bei Aldi zum Schnäppchenpreis - doch es gibt einen Haken
Aldi hat ab heute einen günstigen WLAN-Repeater im Angebot, der auch als Router genutzt werden kann. Doch es gibt einen entscheidenden Haken.
WLAN-Repeater bei Aldi zum Schnäppchenpreis - doch es gibt einen Haken
Flixbus will auf weiteren Bahnstrecken Züge fahren lassen
Berlin (dpa) - Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus will der Deutschen Bahn auf weiteren Strecken auch mit Zügen Konkurrenz machen.
Flixbus will auf weiteren Bahnstrecken Züge fahren lassen
EU-Wettbewerbshüter und Gazprom einigen sich in Streit
Hat Gazprom seine marktbeherrschende Stellung in Osteuropa missbraucht? Mehrere Jahre stritten Brüssel und der russische Energieriese darüber. Eine saftige Geldstrafe …
EU-Wettbewerbshüter und Gazprom einigen sich in Streit

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.