Tragödie am Karlsfelder See: 24-Jähriger stirbt

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Für Airbus war der Absturz eines Militärtransporters A400M ein schwerer Schlag. Dennoch setzt der Konzern weiter große Hoffnungen auf den Flieger, der über dem Messegelände von Le Bourget viel beachtet seine Runden drehte.

Luftfahrt

Satelliten-Auftrag gibt Airbus Auftrieb

Airbus hat einen Großauftrag für 900 Satelliten eingefahren. Erstmals wird damit von Europas größtem Raumfahrtunternehmen eine Serienproduktion eingerichtet. Airbus soll dabei von seinen Erfahrungen bei der Fertigung von Flugzeugen profitieren.

Bei Airbus beginnen die Listenpreise normalerweise im hohen zweistelligen Millionenbereich. Schon der kleinste A318 kostet rund 70 Millionen Euro pro Stück. Gemessen daran ist der Stückpreis für einen Mikrosatelliten mit – nach BBC Informationen – einer halben Million Euro bescheiden. 900 Stück davon lässt der US-Internet-Dienstleister Oneweb von Airbus Defence and Space bauen.

Auch wenn die 450 Millionen Euro Gesamtvolumen für Airbus-Verhältnisse eher überschaubar sind, ist die Entscheidung eine der Überraschungen auf dem Pariser Luftfahrtsalon am Flughafen Le Bourget. „Wir haben 1046 Flugobjekte verkauft 900, davon Satelliten“, sagte Airbus-Chef Thomas Enders stolz: „Ein guter Tag.“ Doch in Wahrheit ging es ihm gar nicht um die Stückzahl. Für ihn ist die Vereinbarung mit dem US-Unternehmen vor allem „ein Zeichen, dass unser Raumfahrtgeschäft nicht nur Regierungsaufträge gewinnen kann“.

Das ist einer der Vorwürfe, mit denen Europas Raumfahrtbranche leben muss. Allerdings ist ein Auftrag dieser Größenordnung auch eine Herausforderung. Statt zehn bis zwölf Satelliten im Jahr müssen nun mehrere hundert jedes Jahr gefertigt werden. Ingenieure aus dem Flugzeugprogramm E350 mit Erfahrungen in der Serienproduktion werden den Raumfahrtkollegen unter die Arme greifen. „Das zeigt, dass wir von unserer Gruppenstruktur profitieren“, so Enders. Und er sieht darin auch erste Erfolge des Konzernumbaus. Früher seien die Bereiche des Konzerns „abgeschlossene Silos“ gewesen. Nun seien sie bereit, sich gegenseitig zu helfen. „Ich bin mir sicher, dass wir uns dem Auftrag stellen können“, sagte Enders.

One Web will mit den Satelliten eine weltweite Infrastruktur fürs Internet aufbauen. „Nur ein Drittel der Menschheit hat bisher einen dauerhaften Zugang zum Internet“, sagte Enders. Der Auftrag, den Airbus in den nächsten Jahren abarbeitet, soll das ändern. Unklar ist noch, ob der europäische Trägerraketenhersteller Arianespace, an dem Airbus maßgeblich beteiligt ist, beim Transport der Satelliten auch zum Zug kommen kann. 650 Satelliten sollen zunächst im erdnahen Weltraum positioniert werden, die restlichen 250 dienen als Reserve.

Ein anderer Partner von Oneweb ist Virgin Galactic, ein Unternehmen das unter anderem auch Raumflüge für Touristen anbieten will. Allerdings dürfte ein Unternehmen, das bisher erst im Testflug-Stadium ist, von dem gewaltigen Auftrag überfordert sein.

Neue Arbeitsplätze in Europa wird das Programm zunächst kaum schaffen. Nur die ersten zehn Satelliten werden nahe der Airbus-Zentrale in Toulouse entwickelt und gebaut. 890 entstehen in den USA, wo der Airbuskonzern schon mehrere Werke hat.

Unterdessen schlägt Enders gegenüber der deutschen Politik versöhnlichere Töne an. Die Kürzungen im Verteidigungsetat „gehen nicht mehr ungebremst weiter“, lobt er fast. Nicht nur in Deutschland sei spürbar, dass Verteidigung wieder ernster genommen werde. Sie werde nicht mehr zu Budgeteinsparungen missbraucht. „Auf dem erreichten Plateau kann es auch wieder zu zusätzlichen Ausgaben kommen. Immerhin hat die Politik inzwischen das Projekt einer europäischen Drohne auf den Weg gebracht.“ Auch von der Entscheidung für das Flugabwehrsystem Meads profitiert Airbus indirekt als Anteilseigner.

Ein Sorgenkind von Airbus spielt in Paris eine Rolle als Überflieger. Klaglos drehte der Militärtransporter A400M seine Runden über dem Messegelände am Flughafen Le Bourget – mit zum Teil erstaunlich steilen Ansteigen und Kurven. Frankreich hatte die Flüge auch unmittelbar nach dem Unglück in Sevilla nicht eingestellt. „Schön, dass die Kunden, die die meiste Erfahrung mit dem Flugzeug haben, in seine Fähigkeiten vertrauen“, sagte Enders. Auch die Briten nahmen gestern die Flüge wieder auf.

Von Martin Prem

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