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Manfred Fuchs starb im Alter von 75 Jahren.

Raumfahrt

Satelliten-Pionier Fuchs gestorben

Bremen/München - Manfred Fuchs ist tot. Der Satelliten-Pionier und Vorstand Raumfahrt der OHB AG verstarb unerwartet im Alter von 75 Jahren.

Im Alter von 17 Jahren war der gebürtige Südtiroler und Spross einer Brauerei-Dynastie (Forst) der jüngste Pilot Italiens. Doch beruflich wollte er weit höher hinaus: Manfred Fuchs baute das kleine Bremer Unternehmen OHB zum zweitgrößten deutschen Raumfahrtkonzern aus. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Fuchs im Alter von 75 Jahren bereits am 26. April in seinem Ferienhaus in Altenburg/Kaltern (Südtirol) gestorben.

Die Entwicklung von OHB war nicht vorauszusehen, als Christa, die Frau von Manfred Fuchs, 1981 das Unternehmen kaufte. Das Kürzel stand für Otto Hydraulik Bremen. Das Unternehmen mit fünf Mitarbeitern war unter anderem auf die Wartung von Schiffshydraulik spezialisiert. Manfred Fuchs war damals noch Raumfahrtdirektor bei MBB-ERNO, einem Vorgänger-Unternehmen des heutigen Airbus-Konzerns. Nach seinem Einstieg bei OHB 1985 baute er das Unternehmen zum wichtigsten deutschen Gegenspieler der heutigen Airbus Defence und Space bei Satellitenprojekten auf. Doch weiterhin arbeiteten die Konzerne bei den meisten Projekten zusammen, weil sie auf die Fähigkeiten des jeweiligen Konkurrenten gar nicht verzichten konnten. Einer der spektakulärsten Erfolge von Fuchs war, als OHB 2010 Astrium (heute Airbus DS) den Auftrag für den Bau von 14 Satelliten für das Navigationssystem Galileo wegschnappte. Damals hieß das Unternehmen bereits Orbitale Hochtechnologie Bremen (immer noch mit dem Kürzel OHB). Obwohl die Firma nach wie vor die Hansestadt im Namen führt, ist der Schwerpunkt vieler Aktivitäten und ein großer Teil der Arbeitsplätze in Bayern angesiedelt. So übernahm OHB 2005 gemeinsam mit Apollo Capital Partner die MAN Raumfahrttochter MT-Aerospace in Augsburg, 2007 das Münchner Raumfahrtunternehmen Kayser-Threde und 2011 Aerotech Peissenberg.

Dagegen scheiterte 2008 der Versuch von OHB, über MT-Aerospace die drei deutschen Werke in Augsburg, Varel und Nordenham zu übernehmen, von denen sich EADS damals trennen wollte – dem Vernehmen nach an überzogenen Vorstellungen der EADS. Sie blieben als Premium Aerotec unter dem Konzerndach von Airbus.

Manfred Fuchs war bis zu seinem Tod Raumfahrtvorstand von OHB und im Konzern auch Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Martin Prem

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