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Media Markt und Saturn wollen hunderte Stellen streichen.

Das Unternehmen setzt den Rotstift an

Heftiger Stellenabbau bei Media Markt und Saturn - mehrere hundert Mitarbeiter betroffen

Den Handelsketten Media Markt und Saturn geht es nicht gut. Seit der Trennung vom Mutterkonzern Metro ging es steil bergab. Jetzt sind hunderte Stellen bedroht. 

Düsseldorf - Mit Werbeslogans wie „Geiz ist geil“ oder „Wir können nur billig“ haben die Handelsketten Media Markt und Saturn jahrzehntelang den Elektronikhandel dominiert. Doch jetzt wird bei den Handelsriesen selbst der Rotstift angesetzt. Hunderte Stellen in der Verwaltung des Elektronikriesen sollen abgebaut werden, wie der Media-Saturn-Chef Ferran Reverter am Dienstag ankündigte.

Der Aktienkurs von Media Markt und Saturn ist seit der Metro-Trennung stark gefallen

Der Hintergrund: Der Elektronikhändler Ceconomy mit seinen bekannten Töchtern Media Markt und Saturn steckt in der Krise. Der Handelsriese kämpft aufgrund der Online-Konkurrenz mit sinkenden Umsätzen und wegbrechenden Gewinnen. Der Aktienkurs ist seit der Trennung vom einstigen Mutterkonzern Metro im Sommer 2017 drastisch gefallen.

Doch nun will eine neue Führungsspitze um den seit März amtierenden Ceconomy-Chef Jörn Werner und den Media-Saturn-Chef Reverter den Konzern mit harter Hand wieder auf Erfolgskurs bringen. „Unsere Strukturen sind zu komplex. Viele Prozesse sind zu ineffizient, und es gibt zu viele unklare Verantwortlichkeiten“, beschrieb Werner am Dienstag die Probleme aus seiner Sicht. Die Verwaltung sei eindeutig überdimensioniert.

Der Stellenabbau soll vor allem in den Zentralen von Media Markt und Saturn stattfinden

Ein Stellenabbau soll nun Abhilfe schaffen. Der Ceconomy-Chef will die Verwaltungskosten des Konzerns in Deutschland um rund 20 Prozent reduzieren. Das entspricht immerhin Einsparungen von 110 bis 130 Millionen Euro im Jahr. Eine „mittlere dreistellige Zahl von Stellen“ werde dafür wohl am Ende wegfallen, sagte Reverter. Der größte Teil des Stellenabbaus werde die Media-Saturn-Zentrale in Ingolstadt und die Marketingabteilung in München treffen, heißt es.

Auch anderswo wird der Rotstift angesetzt. So wird die Streaming-Plattform Juke geschlossen werden. Und auch andere kleine Engagements wie die Beteiligung von MediaSaturn an der Wiederverkaufsplattform Flip4New stehen auf dem Prüfstand. Auch das Management wird nicht verschont: Die Ceconomy-Spitze wird verkleinert und vom 1. Juni an aus nur noch zwei Vorständen bestehen.

Media Markt und Saturn arbeiten an einer neuen strategischen Ausrichtung

Die Kunden sollen allerdings erst einmal möglichst wenig von dem Effizienzsteigerungsprogramm merken. Beide Marken - Media Markt und Saturn - sollen erhalten bleiben, wie Werner betont. Hinter den Kulissen soll aber in Zukunft enger zusammengearbeitet werden. Auch Filialschließungen sind im Zuge des Effizienzsteigerungsprogrammes nicht vorgesehen.

Die Einschnitte seien ein wichtiger erster Schritt, betonte Werner. Bis zum Jahresende will die neue Konzernführung außerdem die strategische Ausrichtung des Elektronikhändlers überarbeiten. „Wir haben unser Potenzial bislang noch nicht vollständig ausgenutzt“, betonte Werner. Der Markt habe großes Potenzial weit über das bloße Verkaufen von Elektronik hinaus. Immer mehr Kunden benötigten Hilfe bei dem Umgang mit komplexer Technik auch im eigenen Heim.

Media Markt und Saturn will sich wieder mehr auf den Service konzentrieren

Media Markt und Saturn hätten sich in der Vergangenheit viel zu sehr darauf konzentriert, ein möglichst großes Sortiment zum günstigsten Preis anzubieten, dabei aber das Einkaufserlebnis und den Service vernachlässigt. Nun gelte es, alles auf die Bedürfnisse des Kunden auszurichten.

Ceconomy beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben gut 27.000 Mitarbeiter, einschließlich der Elektronikmärkte. Weltweit beläuft sich die Beschäftigtenzahl auf gut 60.000.

dpa

Bei Media Markt und Saturn soll es auch noch andere Veränderungen zukünftig geben. Die Gewinnprognosen des Konzerns mussten ebenfalls nach unten korrigiert werden. Auch ein bekanntes Sportwaren-Geschäft muss sich gegen Amazon und Co. behaupten und steht kurz vor der Pleite.

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