Verändertes Kaufverhalten

Media-Markt und Saturn: Zahlreiche Standorte schließen - Diese Städte sind betroffen

  • Markus Hofstetter
    VonMarkus Hofstetter
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Media-Markt-Saturn muss sparen. Der Elektronikkonzern will viele Standorte dicht machen. Nun sind einige Namen bekannt geworden.

Düsseldorf - Während der Corona-Krise hat sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher verändert. Sie gehen nicht mehr in die Läden, um Bekleidung oder Elektronik zu kaufen, sondern bestellen Hosen oder Smartphones bequem von der Couch aus im Internet. Das bekommt auch Media-Markt-Saturn zu spüren.

Bereits im April kündigte die Elektrofachmarkt-Kette an, 13 der insgesamt 419 Märkte in Deutschland schließen zu wollen, und zwar noch in dem bis Ende September laufenden Geschäftsjahr. 1000 Mitarbeiter werden ihre Arbeitsplätze verlieren. Im Ausland sollen zehn bis 15 Filialen dem Rotstift zum Opfer fallen.

Hierzulande sollen einer aktuellen Meldung zufolge vor allem Saturn-Märkte von der Schließung betroffen sein. Dabei soll es sich dabei um folgende Filialen* handeln:

  • Bergisch-Gladbach (Saturn)
  • Düsseldorf-Flingern (Saturn)
  • Köln-Chorweiler (Media Markt)
  • Essen-Steele (Saturn)
  • Fürth (Saturn)
  • Gelsenkirchen-Buer (Saturn)
  • Göttingen (Saturn)
  • Herford (Saturn)
  • Münster (Saturn)
  • Siegburg (Saturn)

Welche weiteren Filialen noch vor dem Aus stehen, ist nicht bekannt.

Die Saturn-Filiale in Essen-Steele wird Ende September 2021 schließen. 

Media-Markt-Saturn in der Krise: Filialen sollen zur Senkung der Mietkosten kleiner werden

Mit den Schließungen soll das Restrukturierungsprogramm abgeschlossen sein. Laut Finanzvorstand Florian Wieser soll es in Zukunft sogar eher mehr als weniger Standorte geben, die allerdings kleiner ausfallen werden. Denn um dem veränderten Einkaufsverhalten Rechnung zu tragen, plant Media-Markt-Saturn neue Marktformate, die mit einem ausgewählten Sortiment und digitaler Anbindung weniger Fläche benötigen. Zudem könnte es Shop-in-Shops mit kleinen Elektroniksortimenten geben, zum Beispiel in großflächigen SB-Warenhäusern.

Für die Umsetzung dieser Strategie will die Elektronikkette auch bestehende Filialen verkleinern. Mit dieser Maßnahme, so berichtet das Portal Chip.de, sollen die Mietkosten gesenkt werden. Betroffen davon sollen vor allem Märkte in größeren Einkaufszentren und -passagen sein. Freiwerdende Flächen könnten auch an Telekommunikationsdienstleister wie Telekom, Vodafone oder O2 weiter vermietet werden.

Media-Markt-Saturn in der Krise: Trotz steigender Umsätze wachsen die Verluste

Die Corona-Krise macht der Media-Markt-Saturn schwer zu schaffen. Zwar konnte der Elektronikhändler seine Umsätze im abgelaufenen Quartal dank guter Geschäfte vor allem in Spanien, Italien und in der Türkei sowie des boomenden Onlinehandels um acht Prozent auf 4,4 Milliarden Euro steigern.

Doch der Konzern rutschte operativ tiefer in die Verlustzone. Der bereinigte operative Fehlbetrag (Ebit) stieg von 45 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 93 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust von 67 Millionen Euro. Vor allem das Geschäft in Deutschland litt demnach unter den monatelangen Corona-bedingten Ladenschließungen.

Das Geschäft von Media-Markt-Saturn wird weiter erschwert werden. Denn eine niederländische Elektrofachmarkt-Kette plant den Sprung nach Deutschland. *24Rhein ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch via www.imago-images.de

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