Sauber auch ohne ätzende Dämpfe

Persil wird 100: - Düsseldorf - Ein Waschmittel aus Deutschland wurde zur Weltmarke. Heute wird Persil 100 Jahre alt.

Das Säubern von Wäsche war knochenhart und ungesund. Rubbeln und wringen, umnebelt von ätzenden Dämpfen. Eine Anzeige am 6. Juni 1907 versprach Erlösung: Das "erste selbsttätige Waschmittel" der Welt. Aus Perborat und Silikat schuf der Lehrersohn Fritz Henkel "Persil". Das grüne 250-Gramm-Paket für 35 Pfennig war mehr als doppelt so teuer wie andere Waschmittel und dennoch bald überall zu finden.

1908 produzierte Henkel 4700 Tonnen Persil, 1915 bereits 32 446 Tonnen. 1916 gab es nur noch ein "Kriegs-Persil" ohne Seifenzusatz. 1918 wurde die Produktion eingestellt. Zwei Jahre später kam Persil wieder auf den Markt - in "Friedensqualität". Drei Jahre später wieder ein Rekord - das teuerste Persil. Am 26. November 1923 kosteten 500 Gramm 1,25 Billionen Mark.

Um den Fettbedarf für die Herstellung zu sichern, unterhielt Henkel in den 30er-Jahren eine Walfangflotte. Der Zweite Weltkrieg brachte die Produktion erneut zum Erliegen. Das Wiedererscheinen von "Persil" 1950 nach elf Jahren wurde als Rückkehr in die Normalität gefeiert.

Mit großem Werbeaufwand wurde die Marke gepflegt. Der erste Werbespot im Fernsehen flimmerte 1956 über die Mattscheiben. Mit dem Wirtschaftswunder verdiente Henkel mit Persil viel Geld.

Dabei war die Werbungnicht immer ehrlich: "Persil - da weiß man, was man hat." Der bieder wirkende Slogan war in Wirklichkeit frech, denn Rezeptur und Form wurden ständig weiterentwickelt.

Den No-Name-Produkten hat Henkel trotzen können und den Marktanteil in Deutschland von einem Drittel zäh verteidigt. 1,3 Milliarden Maschinenladungen Wäsche werden im Jahr in Deutschland mit Persil gewaschen.

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