S-Bahn, Museum, Tierpark: Wo Senioren Geld sparen können

- Viele ältere Menschen haben immer weniger Geld im Portemonnaie. Umso wichtiger ist es, dass sie Sparmöglichkeiten wahrnehmen, wenn sie sich bieten. Doch das ist leichter gesagt als getan.

"Es gibt inzwischen sehr viele verschiedene Angebote, mit denen ältere Menschen Geld sparen können", sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAG-SO). "Aber sie sind unkoordiniert und uneinheitlich." Michael Pausder vom Sozialverband VdK Bayern bestätigt: "Die Möglichkeiten zum Sparen, ob nun klassischer Seniorenpass oder Ermäßigung für Rentner, sind völlig unterschiedlich und meist regional oder lokal begrenzt." Zwar plant die BAG-SO eine übergreifende Vorteilsgemeinschaft, doch Ursula Lenz räumt ein: "Das steckt noch in den Kinder-schuhen." Während es beispielsweise in den USA Organisationen gibt, die für Rentner Vergünstigungen bei Hotels oder Autovermietungen aushandeln, kocht in Deutschland jeder sein eigenes Rabatt-Süppchen.

Seniorenpass

Immerhin bieten einige Städte ihren Einwohnern die so genannten Seniorenpässe, die ihren Inhabern beispielsweise Rabatt oder freien Eintritt im Schwimmbad oder in Museen ermöglichen. Oft sind derartige Pauschalangebote aber nicht (nur) ans Alter, sondern vor allem ans Einkommen gebunden - so wie in München. Den "München-Pass" können zum Beispiel Senioren beantragen, die Grundsicherung beziehen. Mit dem Pass erhalten sie Rabatte bei Schwimmbädern und in Museen, aber zum Beispiel auch 40 Prozent Preisnachlass bei Kursgebühren der Volkshochschule. Informationen gibt es in den Sozialbürgerhäusern in den Stadtteilen und beim Sozialreferat der Stadt München unter der Telefonnummer 089 / 23 32 57 57.

Nahverkehr

Ganz unabhängig vom Einkommen bietet der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund MVV die "Isar-Card60" an. Damit können alle ab 60 Jahren die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. An Werktagen ist allerdings die Zeit zwischen sechs und neun Uhr ausgeschlossen; ohne Einschränkungen gilt das Ticket in Schulferien und an gesetzlichen Feiertagen.

Für den Innenraum kostet die "Isar-Card 60" monatlich 32,50 Euro. Die vergleichbare "Grüne Karte", die jeder erwerben kann, ist mit 41 Euro deutlich teurer. Im Abo ist die "Isar-Card60" noch günstiger zu haben; wer sie für ein Jahr kauft und den gesamten Betrag auf einmal zahlt, spart 84 Euro. Weiterer Vorteil der "Isar-Card 60": Sie ist übertragbar - Ehepartner, Freunde oder Verwandte ab 60 können sie ebenfalls nutzen, wenn der Inhaber sie gerade nicht braucht.

Auf Reisen

Wer viel auf Reisen ist, weiß Senioren-Ermäßigungen von Hotels zu schätzen - aber die fallen höchst verschieden aus. Einheitlich geht es dagegen bei der Deutschen Bahn zu: Sie hat für Bahnfahrer ab 60 eine ermäßigte Bahncard 50 im Angebot. Diese verschafft ihrem Inhaber 50 Prozent Nachlass auf den Normalpreis und kostet 100 Euro im Jahr (2. Klasse). Damit ist sie um die Hälfte günstiger als die normale Bahncard 50. Wer in der 1. Klasse fahren will, zahlt 200 Euro jährlich - statt 400 Euro.

Sport und Freizeit

Auch im Freizeitbereich lässt sich Geld sparen.

 So kostet die Tageskarte im Tierpark Hellabrunn für Senioren nur 6,50 Euro statt neun Euro.

 Bei den Bundesliga-Heimspielen des FC Bayern München erhalten Rentner ab 65 auf alle Sitzplätze 50 Prozent Preisnachlass - die Hinrunde ist allerdings schon ausverkauft.

 Der Freizeitpark Legoland in Günzburg lockt ältere Besucher ebenfalls mit Sonderkonditionen: Die Tageskarte kostet für alle Menschen ab 60 Jahren nur 22 statt der regulären 26 Euro.

 Wer mehr als einen Kurs der Volkshochschule (Tel. 089 / 48 00 60) besuchen will, sollte sich die dort angebotene "Seniorencard" ansehen: Sie gilt ein Semester lang, kostet 75 Euro und bringt 50 Prozent Ermäßigung auf alle Kurse der Seniorenbildung.

Ein weiteres VHS-Angebot: Alleinstehende ältere Menschen ohne "München-Pass", aber mit einem Netto-Einkommen bis zu 850 Euro monatlich erhalten 20 Prozent Rabatt. Alle Rabatte gelten für Kursgebühren über 20 Euro.

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