BMW steigt bei SGL Carbon ein

München/Wiesbaden - BMW ist beim begehrten Carbon-Hersteller SGL eingestiegen. Damit bieten die Münchner dem Konkurrenten Volkswagen die Stirn und stellen Weichen für die Fahrzeuge der Zukunft.

BMW habe sich 15,16 Prozent der Anteile an der SGL Carbon SE in Wiesbaden gesichert, teilte der Autobauer am Freitag in München mit. Das Unternehmen verstärke damit den Einsatz von carbonfaserverstärkten Kunststoffen im Autobau und somit die Ausrichtung auf den Leichtbau. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Mit dem Einstieg verweist BMW den Konkurrenten VW in die Schranken. VW war Anfang 2011 überraschend ebenfalls bei SGL eingestiegen. BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hält bereits einen Anteil von rund 29 Prozent der SGL-Aktien. Damit verfügt die Quandt-Tochter über eine Sperrminorität bei dem Kohlenstoffspezialisten, die ihr Einfluss bei künftigen Weichenstellungen sichert. VW stieg Anfang 2011 überraschend ebenfalls bei SGL Carbon ein und ist nach bisherigen Informationen seitdem mit rund 8 Prozent an dem Kohlenstoffspezialisten beteiligt.

“Das Thema Leichtbau spielt in der Automobilindustrie zukünftig eine immer größere Rolle. Die Beteiligung an der SGL Group ist ein konsequenter Schritt, um die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit zu untermauern“, sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner. BMW und SGL arbeiten bereits in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammen. BMW strebe aus heutiger Sicht keinen Sitz im SGL-Aufsichtsrat an, hieß es. Vorbörslich legte der SGL-Aktienkurs um mehr als 7 Prozent zu.

dpa

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