Scania entschuldigt sich für "Blitzkrieg"

- Stockholm -­ Der Chef des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania, Leif Östling, hat sich für den Vergleich des MAN-Übernahmeangebotes mit der deutschen "Blitzkrieg"-Strategie im Zweiten Weltkrieg entschuldigt. Er habe niemanden beleidigen wollen, erklärte der 61-jährige Schwede.

Zwei Tage zuvor hatte er in einem TV-Interview das monatelange Bemühen des Münchner Scania-Konkurrenten MAN um einen Kauf in die Nähe von Nazi-Strategien im Zweiten Weltkrieg gerückt: "Der Deutsche ist Experte beim Blitzkrieg. Allerdings hat man auch etliche davon verloren."

Sich selbst sah Östling bei diesem Vergleich ausdrücklich in der Rolle des legendären britischen Premierministers Winston Churchill, der ja auch nur Blut, Schweiß und Tränen versprochen habe. Und dann den Krieg gewann. Östling trat den Rückzug in etwas gewundener Form an: Er bedaure zutiefst und entschuldige sich, falls jemand die nicht beleidigend gemeinte Äußerung doch so aufgefasst haben könnte.

Scania-Betriebsratschef Kjell Wallin befand, dass Östling "eigentlich sonst gar nicht der Typ für so was" sei. Aber der Konzernchef stehe nun schon sehr lange Zeit unter massivem Druck, da werde das Nervenkostüm dünner. Östling hatte seinen Ton bei der Auseinandersetzung mit dem deutschen Konkurrenten vor allem gegen Håkan Samuelsson persönlich Zug um Zug verschärft.

Der MAN-Chef, der vor seiner Berufung nach München mehr als zwanzig Jahre für Scania und lange unter Östling gearbeitet hatte, sei in Sachen Übernahme "ungewöhnlich inkompetent" vorgegangen, erklärte Östling vor wenigen Wochen.

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