Schaeffler-Offerte spaltet angeblich Conti-Spitze

Hannover - Im Kampf um die Macht bei Conti entzweit das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe nach Medienberichten die beiden Manager an der Spitze des Konzerns.

 Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll sich Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung des Unternehmens am Dienstagabend für die Übernahme durch Schaeffler ausgesprochen haben. Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer kämpft vehement dagegen. Die "FAZ" beruft sich auf Angaben der Arbeitnehmerseite. Auch das "Handelsblatt" berichtet von Meinungsverschiedenheiten zwischen Oberaufseher von Grünberg und Conti-Chef Wennemer.

Übereinstimmend von mehreren Kontrolleuren habe die Zeitung erfahren, dass von Grünberg bei der Sitzung des Gremiums Sympathie für Schaefflers Übernahmeplan erkennen ließ. Von Grünberg werde mit den Worten zitiert, eine Übernahme sei nicht mehr zu verhindern und man dürfe jetzt kein Feindbild aufbauen. Er solle dafür geworben haben, Gespräche mit Schaeffler zu führen, berichtete das "Handelsblatt".

Wennemer hatte am Mittwoch das Übernahmeangebot der fränkischen Schaeffler-Gruppe als "opportunistische Offerte" abgelehnt. "Wir werden die Unabhängigkeit verteidigen und dafür kämpfen", hatte der der Vorstandsvorsitzende erklärt. Aufsichtsratschef von Grünberg soll dem "Handelsblatt" zufolge eingeräumt haben, schon vor dem ersten Gespräch zwischen Wennemer und dem Chef der Schaeffler-Gruppe, Jürgen Geißinger, am Freitag vergangener Woche vom Interesse des fränkischen Familienkonzerns erfahren zu haben.

Die geplante Übernahme von Conti durch Schaeffler habe beim Autohersteller VW für Verärgerung gesorgt, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" mit Berufung auf Unternehmenskreise. Der Vorstand fühle sich vom Vorgehen des Herzogenauracher Familienunternehmens übergangen. Als größter Kunde der beiden Zulieferer hätte man erwartet, vorab in die Pläne eingebunden zu werden, verlautete aus Wolfsburg. Schaeffler- Unternehmenschef Jürgen Geißinger habe sich in Wolfsburg bereits für die Pannen in der Kommunikation entschuldigt.

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