Der hoch verschuldete Autozulieferer Schaeffler sieht sich nach dem schwierigem Jahr 2009 zurück in der Erfolgsspur.

Schaeffler rechnet mit deutlichem Umsatzplus

München - Beinahe hätte sich der fränkische Schaeffler-Konzern an der Übernahme des Autozulieferers Continental verhoben. Nach der Krise laufen zumindest die Geschäfte wieder prächtig.

Der hoch verschuldete Autozulieferer Schaeffler sieht sich nach dem schwierigem Jahr 2009 zurück in der Erfolgsspur. Angesichts der kräftig gewachsenen Nachfrage rechne er 2010 mit einem Umsatz von mehr als acht Milliarden Euro, sagte der Vorsitzende der Schaeffler-Geschäftsführung, Jürgen Geißinger, am Dienstagabend im Club Wirtschaftspresse in München. Damit könne das fränkische Unternehmen an die wachstumsstarke Zeit vor der Krise anknüpfen. Im vergangenen Jahr war der Umsatz auf 7,3 Milliarden Euro geschrumpft.

Die EBIT-Marge, die das Verhältnis von Umsatz zum Gewinn vor Steuern und Zinsen ausdrückt, werde mindestens zweistellig ausfallen, sagte Geißinger. Damit würde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gemessen an einem Umsatz von acht Milliarden Euro mindestens 800 Millionen Euro betragen. “Ich glaube, das ist ein Ergebnis, das sich trotz der Krise sehen lassen kann“, sagte Geißinger.

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Der Auftragseingang entwickle sich weiter deutlich nach oben, der Konzern mit seinen rund 65 000 Mitarbeitern arbeite an seinen Kapazitätsgrenzen, Kurzarbeit gebe es nur noch sehr vereinzelt. Allerdings lasse sich noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Krise wirklich überwunden und die Erholung vor allem in der Autobranche nachhaltig sei. Dennoch: “Wir werden ein stabiles zweites Halbjahr sehen.“ Genauere Zahlen für das erste Halbjahr will der Konzern erstmals zwischen August und September bekanntgeben.

Das Familienunternehmen Schaeffler ist nach dem Kauf von rund 75 Prozent der Anteile am größeren Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hoch verschuldet. Angesichts der hohen Kosten der umstrittenen Übernahme war Schaeffler zeitweise in eine schwere Liquiditätskrise und öffentlich in die Kritik geraten. Bei der angestrebten Zusammenführung der beiden Unternehmen sieht sich Geißinger nun aber nicht unter Zeitdruck. Die Kooperation auf Projektebene laufe zwischen beiden Unternehmen bereits sehr gut.

“Das wird jeden Tag besser“, sagte Geißinger. Trotzdem gebe es noch vieles abzuarbeiten. “Das werden wir sicher Zug um Zug zusammenführen“. Bisher hätten sich bereits Einsparungen von rund 400 Millionen Euro ergeben. Die Entscheidung, Continental zu übernehmen, sei trotz der Schwierigkeiten richtig gewesen. Eine Fusion beider Unternehmen sei möglicherweise ab Ende kommenden Jahres machbar, genaue Pläne gebe es noch nicht. “Wir sind ja noch nicht in einem Integrationsprozess.“ Es müsse nun Schritt für Schritt gehen.

dpa

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