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Der Autozulieferer Continental soll Anfang Januar planmäßig vom fränkischen Schaeffler-Konzern übernommen werden.

Schaeffler sieht Conti-Übernahme nicht in Gefahr

Herzogenaurach - Der Schaeffler-Konzern sieht in der einbrechenden Autokonjunktur keine Gefahr für die Übernahme des Autozulieferers Continental. Man werde die Übernahme Anfang Januar vollziehen, ließ das Unternehmen verlauten.

Der fränkische Schaeffler-Konzern sieht die planmäßige Übernahme des Autozulieferers Continental trotz Finanzkrise und einbrechender Autokonjunktur nicht in Gefahr. "Wir werden die Übernahme Anfang Januar vollziehen", sagte ein Firmensprecher der dpa am Freitag. "Dann ist Schaeffler Großaktionär bei Conti." Die Finanzierung der Transaktion stehe, bekräftigte er.

Das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) hatte berichtet, die Conti- Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch habe "dramatische Erkenntnisse" über die Lage von Schaeffler zutage gebracht. Das Familienunternehmen benötige kurzfristig eine Eigenkapitalzufuhr von vier bis sieben Milliarden Euro, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Kreise des Kontrollgremiums. Die Probleme seien eine Folge sowohl der Krise auf dem Automarkt als auch der wackelnden Finanzierung der Conti-Übernahme.

Schaeffler wollte sich zu den genannten Zahlen nicht äußern. "Es sind herausfordernde Zeiten, aber wir werden sie bewältigen und unsere Pläne umsetzen", bekräftigte der Sprecher. Bis zum 19. Dezember werde die Entscheidung der EU-Kommission zu der Übernahme erwartet. "Wir sind zuversichtlich, dass ein positiver Bescheid erfolgt."

Zudem gebe es derzeit Gespräche mit den zuständigen Banken über die Weiterplatzierung der dann zu viel gehaltenen Anteile an der Continental AG. Einzelheiten dazu nannte der Sprecher nicht. Nach Abschluss der Übernahme steigt der Schaeffler-Anteil an Continental auf rund 90 Prozent. Das fränkische Familienunternehmen darf allerdings gemäß den Übernahmevereinbarungen maximal 49,99 Prozent an dem Hannoveraner Unternehmen halten, so dass rund 40 Prozent weitergegeben werden müssen.

Schaeffler hatte sich im Spätsommer eine Mehrheit an Conti gesichert und den Aktionären ein Angebot von 75 Euro pro Aktie unterbreitet. Zu dem Kurs war Continental 12,7 Milliarden Euro wert. Schaeffler wurden rund 82 Prozent der Conti-Aktien angedient. Zudem hielt das Unternehmen bereits rund acht Prozent der Anteile. Inzwischen ist der Kurs der Conti-Aktie massiv eingebrochen - aktuell liegt er bei rund 35 Euro. Der Börsenwert Contis liegt damit insgesamt nur noch bei knapp sechs Milliarden Euro.

Da einige Anleger am Erfolg der Übernahme zweifeln, werden die bereits angebotenen Aktien derzeit weit unterhalb des Angebotspreis gehandelt. Zuletzt kosteten diese rund 56 Euro pro Stück. Schaeffler nutzte dies in den vergangenen Wochen und Monaten und kaufte zahlreiche dieser Papiere auf. Damit erhöhte Schaeffler den Anteil an Continental auf 22 Prozent. Händler werteten diese Zukäufe als Beleg, dass der Zukauf über die Bühne gehen wird.

dpa

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