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Wolfgang Schäuble ( CDU) prognostiziert, dass Griechenland ein ganzes Jahrzehnt brauchen wird, um die Schuldenkrise zu überwinden.

Schäuble: Ein Jahrzehnt Schuldenkrise

Passau - Schlechte Aussichten: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) prognostiziert, dass Griechenland ein ganzes Jahrzehnt brauchen wird, um die Schuldenkrise zu überwinden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht davon aus, dass Griechenland noch lange für seinen Weg aus der Schuldenkrise braucht. “Die Griechen werden sicher ein Jahrzehnt benötigen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden“, sagte er der “Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag) laut Vorabmeldung.

Gleichzeitig betonte er, dass es keine Alternative zu den umfangreichen Rettungsmaßnahmen für den Euro gegeben habe: Nichts zu unternehmen wäre “viel risikoreicher und teurer“ gewesen, sagte der CDU-Politiker und verwies auf die Folgen der Finanzkrise: Allein der Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers habe in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt 2009 um 4,7 Prozent schrumpfen lassen. “Das ist eine Größenordnung von über 100 Milliarden Euro“, betonte er.

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Kritik, dass die privaten Gläubiger nicht genug in die Pflicht genommen würden, wies Schäuble zurück: “Die vereinbarten Maßnahmen bedeuten, dass die Kreditinstitute den Wert der Forderungen gegenüber Griechenland um 21 Prozent werden berichtigen müssen.“ Und sie blieben auf 30 Jahre in Griechenland engagiert: “Das ist ein erheblicher Beitrag.“

Schäuble sagte weiter, dass EU-Schuldensünder ein hartes Regiment erwarte: “Das Bild von der bequemen Hängematte ist einfach falsch. Es gibt keinen Freifahrschein für die Inanspruchnahme der neuen Instrumente. Ohne entsprechende harte Spar- und Strukturprogramme werden keine Hilfen fließen.“ Staaten, die um Hilfe nachsuchten, müssten einen Teil ihrer Souveränität aufgeben, “sich harten Bedingungen und scharfer Aufsicht unterwerfen“. Dies sei für viele sehr schmerzhaft, “aber allemal besser, als die Integrität der Eurozone zu gefährden“.

dpa

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