+
Wolfgang Schäuble würde gerne Vorsitzender der Finanzminister in Europa werden. Der jetzige Amtsinhaber Jean-Glaude Juncker unterstützt ihn dabei.

Schäuble will "Mr. Euro" werden

Berlin - Juncker will es, Schäuble will es: Der deutsche Finanzminister soll Luxemburgs Regierungschef als „Mr. Euro“ beerben. Doch eine offizielle Lösung dürfte erst im Gesamtpaket verkündet werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat erneut seine Bereitschaft signalisiert, den Vorsitz der Eurogruppe zu übernehmen. „Als deutscher Finanzminister muss ich mich so oder so stark engagieren“, sagte Schäuble der „Welt am Sonntag“. „Deswegen sage ich auch nicht, dass ich unter keinen Umständen den Vorsitz übernehmen kann, wie es andere getan haben.“

Der Posten von Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker als Vorsitzendem der Finanzminister-Runde wird Ende Juni frei. Allerdings ist eine Neubesetzung mit einer Rochade in weiteren Euro-Spitzenposten verbunden, die auch nach dem Länder-Proporz vergeben werden.

Er nehme nicht wahr, dass ihn die anderen Finanzminister ablehnten, meinte Schäuble. „Das ist ja auch nicht schlecht“, sagte der 69-Jährige der Zeitung. Juncker hatte sich bereits für Schäuble ausgesprochen. Dessen Berufung dürfte allerdings auch vom Einverständnis des neu gewählten französischen Präsidenten François Hollande abhängen, der am Dienstag (15.5.) sofort nach seiner Amtseinführung zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin kommt.

Wird Schäuble Eurogruppen-Vorsitzender, müsste der deutsche Chef des Europäischen Rettungsfonds (EFSF), Klaus Regling, möglicherweise seinen Posten räumen. Es sei für beide Posten „nur ein Deutscher an der Spitze“ möglich, berichtet die „Bild“-Zeitung (Montag) unter Berufung auf EU-Kreise. Der EFSF wird im Sommer vom neuen Rettungsschirm ESM abgelöst. Berichten zufolge könnte die spanische Spitzenbeamtin Belen Romana Garcia den ESM leiten.

Bei der Proporz-Vergabe geht es auch noch um einen Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Präsidentschaft der Osteuropabank (EBRD) in London. Sie wird derzeit auch von einem Deutschen geführt, dem früheren Finanzstaatssekretär Thomas Mirow. Über seine Zukunft soll am Freitag (18.5.) entschieden werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Frankfurt/Main (dpa) - Der Online-Portalbetreiber Scout24 übernimmt das Finanzportal Finanzcheck.de. Der Kaufpreis beläuft sich auf 285 Millionen Euro, wie der …
Scout24 übernimmt Finanzcheck.de
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Jeder Einkauf im Discounter endet an der Kasse. Aber wie gut werden die Kassierer eigentlich behandelt? Eine Aldi-Süd-Mitarbeiterin hat nun Auskunft gegeben.
Münchner Aldi-Mitarbeiterin packt aus: So hart ist die Arbeit an der Kasse
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag nach einem lange richtungslosen Verlauf im späten Handel deutlich angezogen. Als Kursstützen sah Analyst Michael Hewson …
Dax legt im späten Handel deutlich zu und schließt im Plus
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen
Nach Angaben aus Paris wird es keine Ausnahmen für deutsche und andere europäische Unternehmen von den US-Sanktionen gegen den Iran geben
Paris: USA verweigern Ausnahmen von Iran-Sanktionen für EU-Unternehmen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.