Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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In der Kritik: EZB-Chef Mario Draghi.

Ex-Bundesbank-Vizpräsident:

Scharfe Kritik an EZB-Chef Mario Draghi

München - Der frühere Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler hat EZB-Chef Mario Draghi scharf kritisiert. Draghis Ankündigung, unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu kaufen, bezeichnete Zeitler als "geldpolitische Sünde".

"Man kann nur hoffen, dass dieser Beschluss in der Praxis nicht umgesetzt wird", sagte Zeitler gegenüber dem MÜNCHNER MERKUR (Samstagsausgabe). Mit dem Beschluss wandele sich die Rolle der EZB vom Stabilitätswächter zum "finanzpolitischen Schiedsrichter, was die Unabhängigkeit der Geldpolitik untergräbt".

Bei der Lösung der Schuldenkrise setzt Zeitler im Gegensatz zu EZB-Chef Draghi auf den Druck der Märkte. Konkret fordert Zeitler die Einführung eines Restrukturierungsverfahrens für Staaten der Währungsunion, die die vertraglichen Auflagen nicht mehr erfüllen. "Wir haben doch folgendes Problem: Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wäre mit einer ungeordneten Staatsinsolvenz verbunden." Ein Restrukturierungsverfahren würde dagegen einen geordneten Weg bieten. "Bei einem solchen Verfahren müsste eine Art Gläubigerausschuss dafür sorgen, dass die Kreditgeber weiterhin bedient werden", erläuterte Zeitler. Ein solches Verfahren wäre zwar ein massiver Eingriff in die Souveränitätsrechte des Landes, würde allerdings den politischen Druck erhöhen, "im Vorfeld die gegebenen Zusagen einzuhalten". Zugleich sprach sich Zeitler dafür aus, Hilfen für Krisenländer, die Auflagen nicht erfüllt haben, künftig an Sicherheiten wie etwa Goldreserven zu knüpfen.

Der frühere Bundesbank-Vizepräsident hält die Krise für überwindbar. "Wenn es uns rasch gelingt, die Wurzeln der Krise anzugehen, also die Überschuldung in den Krisenländern abzubauen und die Länder wieder wettbewerbsfähiger zu machen, dann könnte die Krise in gut zwei Jahren überwunden sein." Je mehr jedoch auf die Ausweitung der Geldmenge gesetzt werde, umso länger werde die Krise andauern. "Japan hat diese Erfahrung gemacht: Dort dauert die Schwächeperiode bereits zwei Jahrzehnte an."

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