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Porsche hat sich beim Versuch der Übernahme von Volkswagen mittels komplexer Geschäfte mit Aktienoptionen finanziell verhoben und hat rund zehn Milliarden Euro Schulden.

Scheichs steigen bei Porsche ein

Stuttgart - Der Porsche-Aufsichtsrat hat die Weichen für die Rettung des hoch verschuldeten Sportwagenherstellers gestellt: Das Emirat Katar soll sich an dem Unternehmen beteiligen.

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Aufsichtsratsitzung vorgezogen

zudem sollen die Milliardenschulden mit einer Kapitalerhöhung von mindestens fünf Milliarden Euro abgebaut werden. Ziel dieser Vorhaben ist es, die Voraussetzungen für die Bildung eines integrierten Automobilkonzerns aus Porsche und Volkswagen zu schaffen, wie das Unternehmen nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsgremiums am Mittwochabend mitteilte. Der Vorstand werde einstimmig ermächtigt, die Gespräche mit der Qatar Holding LLC (QH) über einen Einstieg bei Porsche zum Abschluss zu bringen, hieß es weiter.

Die höchsten Manager-Abfindungen

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Unmittelbar zuvor sprach sich das Gremium für eine Kapitalerhöhung aus. Ein Unternehmenssprecher konnte zunächst nicht sagen, ob Katar die Kapitalerhöhung stemmen werde oder ob diese noch zusätzlich von anderen Investoren finanziert werden solle. Der Aufsichtsrat war späten Mittwochnachmittag überraschend zu einer Sitzung zusammengekommen, um über die Zukunft des angeschlagenen Unternehmens zu beraten.

Das Aufsichtsgremium tagte am (heutigen) Donnerstagmorgen nach 6.00 Uhr immer noch. Porsche hat sich beim Versuch der Übernahme von Volkswagen mittels komplexer Geschäfte mit Aktienoptionen finanziell verhoben und hat rund zehn Milliarden Euro Schulden. Volkswagen will früheren Angaben zufolge nunmehr Porsche kaufen und als zehnte Marke integrieren. Der Sportwagenbauer hält zurzeit knapp 51 Prozent an Europas größtem Fahrzeughersteller. Der Aufsichtsrat von Volkswagen wollte am Donnerstagmittag in Stuttgart auch zu Beratungen zusammenkommen.

Die Zukunft von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking war zunächst weiter unklar. In den letzten Tagen hatte es immer wieder Berichte um seine bevorstehende Ablösung gegeben. Als sein möglicher Nachfolger wurde Produktionsvorstand Michael Macht genannt. Porsche-Aufsichtsratschef und Miteigentümer Wolfgang Porsche will am (heutigen) Donnerstag zu der Belegschaft im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen sprechen. Der Betriebsrat habe zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, hieß es aus Mitarbeiterkreisen. Auch der Volkswagen-Aufsichtsrat wollte sich am (heutigen) Donnerstag treffen.

ap

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