Schering steuert auf Rekordgewinn zu

- Berlin - Der drittgrößte deutsche Pharmakonzern Schering steuert nach dem besten Quartalsergebnis der Firmengeschichte in diesem Jahr auf einen Rekordgewinn von mehr als einer halber Milliarde Euro zu. Vorstandschef Hubertus Erlen setzte am Montag in Berlin die Prognose für die operative Marge auf "mehr als 17 Prozent" herauf.

Bislang hatte Schering ein Betriebsergebnis zwischen 16,5 und 17 Prozent des Jahresumsatzes als Ziel für 2005 genannt. Wegen der guten Geschäfte sollen die Aktionäre eine höhere Dividende bekommen. Zugleich musste der Konzern Rückschläge bei der Entwicklung von neuen Medikamenten einräumen.

In den zurückliegenden drei Monaten erhöhte Schering den Umsatz auf 1,355 Milliarden Euro, was währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Plus von neun Prozent entspricht. Das Betriebsergebnis stieg auf 244 Millionen Euro (plus 33 Prozent). Unterm Strich stand für den Berliner Konzern ein Gewinn von 160 Millionen Euro (plus 29 Prozent). Zum Wachstum trugen insbesondere das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon sowie die weltweit meistverkaufte Anti-Baby-Pille Yasmin bei.

Die überraschend guten Quartalszahlen sorgten dafür, dass sich Schering mit einem Anstieg um zwei Prozent auf 51,05 Euro an die Spitze der DAX-Werte setzte.

Im gesamten Dreivierteljahr blieb bei 3,9 Milliarden Umsatz ein Konzerngewinn von 480 Millionen Euro (plus 25 Prozent) übrig. Damit hat Schering nach neun Monaten fast schon den gesamten Gewinn von 2004 (500 Millionen) erreicht. "Unser Umsatz wächst stärker als der Markt und belegt damit den Erfolg unserer innovativen Produkte", sagte Vorstandschef Hubertus Erlen. Der Konzern werde bereits in diesem Jahr der Marge von 18 Prozent nahe kommen, die Schering eigentlich erst 2006 erreichen will.

Erlen machte zugleich deutlich, dass er sich damit nicht zufrieden geben will. In der Branche sind deutlich höhere Renditen keine Seltenheit. Beim Umsatz peilt Schering in diesem Jahr nach Angaben von Finanzvorstand Jörg Spiekerkötter ein Plus von etwa sieben Prozent an.

Für ihr umsatzstärkstes Medikament Betaferon erwarten die Berliner ein hohes einstelliges Umsatzplus. Im dritten Quartal brachte das Mittel 223 Millionen Euro in die Kassen, ein Plus von acht Prozent. Stark zweistellig sollen die Erlöse in diesem Jahr bei Yasmin steigen. Der Umsatz mit der Anti-Baby-Pille verbesserte sich im dritten Quartal um 34 Prozent auf 165 Millionen Euro. Die besseren Zahlen erklären sich auch durch ein Sparprogramm, zu dem der Abbau von rund 2000 Stellen gehört.

Zugleich nahm Erlen die hauseigene Forschungs-Abteilung nach Rückschlägen bei der Entwicklung von neuen Medikamenten gegen Krebs und die Magen-Darm-Erkrankung Morbus Crohn in Schutz. "Wissenschaftlicher Fortschritt lässt sich nicht erzwingen. Wir sind auch von einem Quäntchen Fortune abhängig." Schering verfüge weiterhin über eine Reihe von Erfolg versprechenden Entwicklungen.

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